Blick auf das Kieler Westufer© H. Ohm
Auf das West­ufer schau­en oder auf dem West­ufer woh­nen - beide Sei­ten der Förde haben ihre Reize.

Woh­nen auf dem Ost- und West­ufer: Zwei Stu­den­tin­nen tei­len ihre Er­fah­run­gen

von Lisa Trze­wik

Wer neu nach Kiel zieht, muss sich ent­schei­den: Ost- oder West­ufer? Beide Sei­ten haben ihre Be­son­der­hei­ten, doch wie er­le­ben Stu­die­ren­de das Woh­nen und Leben in den ver­schie­de­nen Stadt­tei­len? Inger und Merte stu­die­ren an der Fach­hoch­schu­le Kiel im Fach­be­reich So­zia­le Ar­beit und Ge­sund­heit und be­rich­ten von ihren Ein­drü­cken und Er­fah­run­gen – eine lebt auf dem Ost­ufer, die an­de­re auf dem West­ufer der Kie­ler Förde.

Inger wohnt in Kiel-Mitte, in der Nähe des Ex­er­zier­plat­zes und somit im Her­zen der Stadt. Sie hat sich ihren Wohn­ort nicht ge­zielt aus­ge­sucht, die Nähe zum Schre­ven­park und zur Stadt­mit­te hat sie al­ler­dings schnell über­zeugt. „Egal wo ich hin­ge­he, der Weg nach­hau­se ist meist nicht lang.“ Auch das kul­tu­rel­le und so­zia­le Leben schätzt sie in ihrer Wohn­ge­gend: „Hier auf dem West­ufer sind viele Ver­an­stal­tun­gen, die mich an­spre­chen. Au­ßer­dem woh­nen in mei­ner Nähe viele Freund*innen.“ Inger ist sehr an­ge­tan von der of­fe­nen Fahr­rad­werk­statt in der Han­sa48, die sich in der Nähe ihrer Wohn­ge­mein­schaft be­fin­det. Ein funk­tio­nie­ren­des Fahr­rad braucht sie drin­gend, um tag­täg­lich zur Fach­hoch­schu­le zu ge­lan­gen. Zur FH Kiel fährt die Stu­den­tin näm­lich mit Fahr­rad und Fähre. „Mit der Fähre zur Hoch­schu­le zu fah­ren, ist schon wirk­lich cool und kann nicht jede*r von sich be­haup­ten. Ich tref­fe ei­ni­ge Kom­mi­li­ton*innen, die mit mir zu­sam­men­fah­ren, und das ver­netzt na­tür­lich.“ In der Nähe von In­gers Woh­nung be­fin­den sich ei­ni­ge Bars und Cafés, die Stu­den­tin wünscht sich je­doch ein Vier­tel mit mehr öf­fent­li­chen Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten, in dem die Treff­punk­te dich­ter bei­ein­an­der lie­gen. Ihr Ein­druck von den bei­den Ufer­sei­ten ist ein­deu­tig: Sie er­lebt sie als stark von­ein­an­der ge­trennt. Das Ost­ufer ver­bin­det Inger vor allem mit dem Stadt­teil Gaar­den und einem stär­ke­ren Kiez-Flair.

Inger in ihrem Wohngebiet©L.​Trzewik
Die Stu­den­tin Inger wohnt im Her­zen von Kiel-Mitte.

Auch Merte hat ihren Wohn­ort nicht be­wusst ge­wählt. Sie hat sich je­doch klar dafür ent­schie­den, in einem Wohn­pro­jekt zu leben. Um das zu rea­li­sie­ren, fiel die Wahl auf eine Dop­pel­haus­hälf­te in El­ler­bek – auf der Ost­sei­te der Stadt. Ein ent­schei­den­der Fak­tor bei der Suche war die Nähe zum Stadt­zen­trum von Kiel. Am meis­ten ge­fällt Merte die Nähe zur Natur: „Meh­re­re Parks wie der Sport- und Be­we­gungs­park oder der Werft­park sind di­rekt bei mir um die Ecke, somit bin ich sehr schnell im Grü­nen oder zum Bei­spiel an der Schwen­ti­ne.“ In El­ler­bek gibt es nicht so viele Frei­zeit­an­ge­bo­te, die die Stu­den­tin nutzt. Die Nähe zu dem Stadt­teil Gaar­den führt sie des­halb eher zu Bars oder Treff­punk­ten in die­ser Ge­gend. Auch für Sport­an­ge­bo­te, ihre Ar­beit oder das Be­su­chen von Freund*innen zieht es sie auf das West­ufer. „Die meis­ten Kom­mi­li­ton*innen und Freund*innen, mit denen ich ver­netzt bin, woh­nen auf dem West­ufer. Das be­deu­tet, in mei­nem Wohn­um­feld gibt es keine Per­son, die in Fuß­nä­he zu er­rei­chen ist.“ Da­durch, dass in Kiel fast alle Orte gut mit dem Fahr­rad zu er­rei­chen sind, fühlt sich Merte je­doch gut an­ge­bun­den. Der Weg zur Fach­hoch­schu­le ist für die Stu­den­tin umso kür­zer. Zu der FH Kiel fährt sie mit dem Fahr­rad – in un­ge­fähr zehn Mi­nu­ten. Ver­an­stal­tun­gen und An­ge­bo­te auf dem Ost­ufer will die Stu­den­tin gerne noch wei­ter er­kun­den: „Ich glau­be, es gibt auch viele An­ge­bo­te auf dem Ost­ufer, die ich noch gar nicht alle ent­deckt habe.  Ich werde hier auf jeden Fall nicht so schnell weg­zie­hen, weil ich es hier schon sehr gerne mag.“

Merte im Werftpark©L.​Trzewik
Die Nähe zum Grü­nen ge­fällt Merte an ihrem Wohn­ort be­son­ders.
© Fach­hoch­schu­le Kiel