Tofu© Talpa
Tofu wird her­ge­stellt aus So­ja­boh­nen in einem Pro­zess, der dem der Käse-Her­stel­lung äh­nelt.

Welt­ve­gan­tag: Das kann ve­ga­ner Flei­scher­satz

von Ma­rie­sa Brahms

Der 1. No­vem­ber ist Welt­ve­gan­tag – höchs­te Zeit, ein­mal die zahl­rei­chen Al­ter­na­ti­ven zu Fleisch und Fisch zu be­trach­ten. Gute Grün­de auf tie­ri­sche Pro­duk­te zu ver­zich­ten, gibt es ei­ni­ge. Wer sich an einem oder ei­ni­gen Tagen der Woche ohne Fleisch und Fisch er­nährt, tut sich selbst, der Um­welt und vor allen den vie­len Nutz­tie­ren einen Ge­fal­len. Denn die wer­den oft­mals in pre­kä­ren Ver­hält­nis­sen ge­hal­ten und schlie­ß­lich ge­schlach­tet. 

Tofu
Der zwei­te Tipp ist ein alter Hut, muss aber nicht so schme­cken und ver­eint meh­re­re Vor­tei­le: Tofu wird her­ge­stellt aus So­ja­boh­nen in einem Pro­zess, der dem der Käse-Her­stel­lung äh­nelt. Die stich­fes­te weiße Masse ist ein zu­ver­läs­si­ger Ei­weiß-, Ma­gne­si­um- und Ka­li­um-Lie­fe­rant und ein noch grö­ße­rer Ver­wand­lungs­künst­ler in der Küche. Der an sich ge­schmacks­lo­se Tofu lässt sich ma­ri­nie­ren, ein­le­gen oder in ver­schie­de­nen Ge­schmacks­rich­tun­gen im Su­per­markt kau­fen. Ent­schei­den­der Vor­teil zum Fleisch: Tofu ent­hält weit­aus we­ni­ger Cho­le­ste­rin.

Veganer Double©H. Benn
In Su­per­märk­ten gibt es eine Viel­zahl täu­schend echt aus­se­hen­der, ve­ga­ner oder ve­ge­ta­ri­scher Schnit­zel.

Ve­ga­ne Dou­bles
Auf seine Lieb­lings- und Kom­fort­ge­rich­te zu ver­zich­ten, ist ge­ra­de dann schwie­rig, wenn Fleisch eine Säule der hei­mat­li­chen Cui­sine ist. Gut, dass man an den Tagen, an denen man we­ni­ger Hun­ger auf Neues als auf ver­trau­te Ge­rich­te hat, auf ve­ga­ne Dou­bles zu­rück­grei­fen kann. In Su­per­märk­ten gibt es eine Viel­zahl täu­schend echt aus­se­hen­der, ve­ga­ner oder ve­ge­ta­ri­scher Schnit­zel, Würs­te und Fri­ka­del­len. An­statt Pro­te­in aus Fleisch, ent­hal­ten diese meist Erb­sen- und So­ja­pro­te­in, in man­chen Fäl­len aber auch Milch­pul­ver. Alle, die eine strik­te ve­ga­ne Diät ein­hal­ten, soll­ten also die In­hal­te über­prü­fen. Gut zu wis­sen: Um dem au­then­ti­schen Fleisch­ge­schmack mög­lichst nah zu kom­men, sind Dou­bles oft­mals viele Ge­schmacks­ver­stär­ker bei­ge­mischt. Das macht sie nicht un­be­dingt zur ge­sün­de­ren Al­ter­na­ti­ve, aber zur guten Op­ti­on, wenn man durch sei­nen Ap­pe­tit auf ein Schnit­zel kein Tier­leid ver­ur­sa­chen möch­te.

Tempeh©M. Arief
Tem­peh kommt ohne Cho­le­ste­rin oder Glu­ten aus.

Tem­peh
Ähn­lich wie Tofu ent­hält Tem­peh viel Ei­weiß: Auf 100 Gramm Tem­peh kom­men 19 Gramm pflanz­li­ches Ei­weiß. Au­ßer­dem kommt diese Flei­sch­al­ter­na­ti­ve ohne Cho­le­ste­rin oder Glu­ten aus, was sie also auch für den Spei­se­plan von Men­schen mit Glu­ten-Un­ver­träg­lich­keit qua­li­fi­ziert. Für die Her­stel­lung von Tem­peh wer­den So­ja­boh­nen, Erd­nüs­se, Ki­cher­erb­sen oder Lu­pi­nen für etwa 48 Stun­den fer­men­tiert. In die­ser Zeit durch­set­zen ent­ste­hen­de Pilze das Pro­dukt und sor­gen für eine fes­te­re Kon­sis­tenz als die von Tofu. Ein­ge­weicht in einer Flüs­sig­keit eurer Wahl kann Tem­peh al­ler­dings alles, was Tofu kann: Zum Bei­spiel Hack­fleisch oder Rühr­ei er­set­zen.

Seitan©Vegan Rocks
Asia­ti­sche Re­stau­rants nut­zen Seit­an bei­spiels­wei­se für „Mock Duck“ oder „Mock Chi­cken“.

Seit­an
Haupt­be­stand­teil von Seit­an ist Wei­zen­ei­weiß, sprich Glu­ten. Das macht es für man­che zwar we­ni­ger be­kömm­lich, für an­de­re er­setzt es durch seine fa­ser­ar­ti­ge Struk­tur die ty­pi­sche Fleisch­kon­sis­tenz. Asia­ti­sche Re­stau­rants nut­zen Seit­an bei­spiels­wei­se aus die­sem Grund für „Mock Duck“ oder „Mock Chi­cken“. Wer sich nicht extra ins Re­stau­rant be­ge­ben möch­te, kann sich Seit­an ent­we­der als Pul­ver zum An­rüh­ren oder als be­reits ein­ge­leg­tes Pro­dukt im nächs­ten Asia-Markt kau­fen.

Linsen©A. Mar­tin
Grün­kern, Bul­gur, Boh­nen & Co. neh­men mit Hilfe von Ge­wür­zen den ge­wünsch­ten Ge­schmack an.

Boh­nen, Ge­trei­de und Lin­sen
Wer auf Fri­ka­del­len nicht ver­zich­ten mag, kann aus Boh­nen, Ge­trei­de oder Lin­sen mit wenig Auf­wand le­cke­re pflanz­li­che Al­ter­na­ti­ven her­stel­len. Grün­kern, Bul­gur, Boh­nen & Co. neh­men mit Hilfe von Ge­wür­zen den ge­wünsch­ten Ge­schmack an. Die gut knet­ba­re Masse kommt, an­ge­bra­ten in der Pfan­ne, einer Fri­ka­del­le sehr nah. Ge­ra­de Boh­nen sind be­son­ders ge­sund: Viel Ei­weiß, viele Bal­last­stof­fe, dafür aber wenig Fett und Koh­len­hy­dra­te. Lin­sen lie­fern eine Band­brei­te an Vit­ami­nen und Bul­gur ent­hält auf­grund der scho­nen­den Her­stel­lung viel Ma­gne­si­um.

Jackfrucht©A. Ta­ra­ze­vich
Die Jack­frucht ent­hält Vit­amin-B, viele Bal­last­stof­fe und es wird ihr nach­ge­sagt, dass sie die Blut­bil­dung för­dert.

Jack­frucht
Dass diese Flei­sch­al­ter­na­ti­ve be­son­ders viele Nähr­stof­fe ent­hält, lässt sich durch das „Frucht“ im Namen schon er­ah­nen: Die Jack­frucht ent­hält Vit­amin-B, viele Bal­last­stof­fe und es wird ihr nach­ge­sagt, dass sie die Blut­bil­dung för­dert. In der Zu­be­rei­tung be­darf sie al­ler­dings etwas mehr Hin­wen­dung, um einen herz­haf­ten Ge­schmack zu er­hal­ten. Dafür be­kommt man etwa 37 Gramm Ma­gne­si­um auf 100 Gramm Frucht. Ken­ner*innen essen die Frucht bei­spiels­wei­se als „Pul­led Pork“ – Nur eben ohne Pork.

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