eine Frau an eine Wand gelehnt© A. Die­köt­ter
Ab 1.7.2022 Kanz­le­rin der Fach­hoch­schu­le Kiel: Dr. Anja Fran­ke-Schwenk.

Wech­sel an der Spit­ze der Ver­wal­tung

von Su­san­ne Meise

Zum 1. Juli be­kommt die Fach­hoch­schu­le Kiel nach 16 Jah­ren eine neue Lei­tung der Ver­wal­tung: Dr. Anja Fran­ke-Schwenk tritt die Nach­fol­ge von Klaus-Mi­cha­el Hein­ze an, der mor­gen in den Ru­he­stand ver­ab­schie­det wird.

„Ich bin durch und durch ein Hoch­schul­ge­wächs“, sagt Dr. Anja Fran­ke-Schwenk über sich. Das er­klärt ihre Mo­ti­va­ti­on, die Lei­tung des Bau­re­fe­rats im Mi­nis­te­ri­um für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kul­tur für die Spit­zen­po­si­ti­on an der grö­ß­ten Hoch­schu­le für An­ge­wand­te Wis­sen­schaf­ten im Land auf­zu­ge­ben. „Als ich mich 2014 ent­schied, der For­schung den Rü­cken zu keh­ren und in das Wis­sen­schafts­ma­nage­ment ein­zu­stei­gen, habe ich über­legt, wohin die Reise gehen könn­te. Die Po­si­ti­on als Kanz­le­rin war eine Mög­lich­keit“, so die 43-Jäh­ri­ge. Ende ver­gan­gen Jah­res bot sich ihr mit der Aus­schrei­bung der FH Kiel die Chan­ce - sie zö­ger­te nicht und warf ihren Hut in den Ring. „Das Prä­si­di­um die­ser dy­na­mi­schen Hoch­schu­le stellt sich ge­ra­de neu auf, und ich möch­te ein Teil davon sein“, er­klärt sie. Im Senat über­zeug­te sie und wurde am 27. Ja­nu­ar im ers­ten Wahl­gang mit 14 zu acht Stim­men ins Amt ge­wählt.

Seit­dem haben sie ver­schie­de­ne Ein­rich­tun­gen der Hoch­schu­le be­reits in das ak­tu­el­le Ge­sche­hen mit ein­ge­bun­den. „Ich bin herz­lich und offen emp­fan­gen wor­den und fühle mich sehr will­kom­men. Das ist nicht selbst­ver­ständ­lich“, sagt Fran­ke-Schwenk, die ge­spannt ist, was sie ab Juli er­war­tet. „Es wird in jeder Hin­sicht viel Lern­stoff geben“, ist sie sich be­wusst. Dar­auf sieht sie sich bes­tens vor­be­rei­tet. „Ich brin­ge viel mit – fach­lich wie mensch­lich. Struk­tu­ren sowie Pro­zes­se zu ana­ly­sie­ren und Dinge hoch­schul­po­li­tisch zu be­wer­ten – das kann ich sehr gut“, be­schreibt Fran­ke-Schwenk sich selbst. Im Aus­tausch mit den Fach­ab­tei­lun­gen wür­den Auf­ga­ben und Pro­jek­te ge­ne­riert und ent­wi­ckelt. Im Team mit­ein­an­der zu ge­stal­ten, das ist ihr sehr wich­tig, eben­so auf die ver­schie­de­nen Per­sön­lich­kei­ten ein­zu­ge­hen. Pro­ble­men steht sie prag­ma­tisch ge­gen­über. „Pro­ble­me sind Her­aus­for­de­run­gen. Sie sind da, um ge­löst zu wer­den“, macht Fran­ke-Schwenk deut­lich. Und sie fügt hinzu, dass sie ein „un­glaub­li­cher Op­ti­mist“ sei, der immer vom Guten aus­ge­he. So ge­hört es für sie auch dazu, in einem Pro­jekt eine Kehrt­wen­de zu ma­chen, wenn das er­for­der­lich wird: „Ein Er­geb­nis, das Höhen und Tie­fen durch­lau­fen hat, ist le­gi­ti­miert.“

In den ers­ten Wo­chen an der neuen Wir­kungs­stät­te möch­te sie sich Zeit neh­men, die Hoch­schu­le mit ihren Or­ga­ni­sa­ti­ons-Ein­hei­ten, In­hal­ten und Räum­lich­kei­ten ken­nen­zu­ler­nen. Di­gi­ta­li­sie­rung, Nach­hal­tig­keit, Struk­tur­ent­wick­lungs­plan – die gro­ßen The­men seien be­kannt. Wo die Hoch­schu­le in den ein­zel­nen Be­rei­chen stehe und wie sie wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den könne, dar­auf gelte es Ant­wor­ten zu fin­den. Auch die Er­ar­bei­tung eines ge­gen­sei­ti­gen Ver­ständ­nis­ses von For­schung und Lehre auf der einen und Ver­wal­tung auf der an­de­ren Seite werde ein Thema sein.

Die En­er­gie, die Fran­ke-Schwenk aus­strahlt, zieht sie aus ihrem be­ruf­li­chen Tun. „Ich bin ein Ar­beits­tier“, gibt sie offen zu. Doch sie brau­che auch Zeit, um alles zu re­flek­tie­ren. Dafür nutzt sie gern den Weg zur Ar­beit wie auch den Heim­weg nach Bre­den­bek, wo sie mit Mann und Toch­ter lebt. Ruhe fin­det sie beim Lesen von Bü­chern, die sie nicht der Ge­schich­te wegen, son­dern wegen der Spra­che aus­ge­wählt hat. „Wenn sich je­mand elo­quent aus­drü­cken kann, ist das für mich be­geis­te­rungs­fä­hig“, ver­rät Fran­ke-Schwenk, die sich schon mal meh­re­re Stun­den an einem ein­zi­gen Satz auf­hal­ten kann. Auch geht sie gern jog­gen und schwim­men, liebt es, mit dem Rad zu fah­ren und im Gar­ten – ganz an­ders als im Ar­beits­le­ben – so gar nicht struk­tu­riert zu ar­bei­ten. Sie hört gern Musik, so­wohl Klas­sik als auch Rock und Heavy Metal. Um zu sich zu kom­men, geht Anja Fran­ke-Schwenk gern in Mu­se­en und Kir­chen. Oder bei ty­pisch schles­wig-hol­stei­ni­schem Wet­ter raus in die Natur. „Ich brau­che den Wind im Ge­sicht“, sagt sie.

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