drei Studierende senden in der Museumsnacht 2023 live vom mobilen Mischpult des Fachbereichs Medien© A. Göder
Das Team vom Cam­pus­ra­dio sen­de­te live und mach­te auf ver­schie­de­ne An­ge­bo­te auf­merk­sam.

Stau­nen bei der Mu­se­ums­nacht auf dem Cam­pus der FH Kiel

von An­net­te Göder

„Hier fin­det man ein Feu­er­werk an Ideen“, lobte ein Be­su­cher der Mu­se­ums­nacht am Frei­tag auf dem Cam­pus der FH Kiel in Diet­richs­dorf. Damit fass­te er in Worte, was wohl viele Gäste ähn­lich emp­fan­den. Ins­ge­samt 140 Ver­ant­wort­li­che re­prä­sen­tier­ten die Hoch­schu­le mit ganz un­ter­schied­li­chen An­ge­bo­ten.

Vor dem Mehr­zweck­ge­bäu­de er­klär­te An­dre­as Gra­ß­mann die Funk­tio­nen des LKW, der zum ers­ten Mal wäh­rend einer Mu­se­ums­nacht prä­sen­tiert wurde. Der 72 Jahre alte „LA 3500“ ist lange Zeit im Ka­ta­stro­phen­schutz ein­ge­setzt wor­den, bevor er in ein dä­ni­sches Mu­se­um über­führt wurde. Etwa 20 Stu­die­ren­de der FH Kiel haben ihn wie­der flott­ge­macht. Stolz zeig­te Gra­ß­mann den TÜV-Be­richt für den Old­ti­mer. „Wir wol­len mit ihm Schu­len an­fah­ren und Pro­jek­te zei­gen“, nann­te der Mit­ar­bei­ter am Labor für Hy­drau­lik den Zweck des LKW, den sich auch Fran­zis­ka Brix und Mau­rice Krau­se genau an­schau­ten.

Justus und Prof. Dr. Björn Christensen vermessen bei der Museumsnacht einen Hula-Hoop-Reifen©A. Göder
Jus­tus un­ter­stütz­te als frei­wil­li­ger Hel­fer aus dem Pu­bli­kum Prof. Dr. Björn Chris­ten­sen, einen Hula-Hoop-Rei­fen zu ver­mes­sen.

Die bei­den staun­ten eben­falls über be­mer­kens­wer­te Phä­no­me­ne, die der Prä­si­dent der FH Kiel Prof. Dr. Björn Chris­ten­sen in sei­ner Kurz­vor­le­sung „Ku­rio­se Ma­the­ma­tik“ er­läu­ter­te. Er stell­te zum Bei­spiel die Frage: „Wenn um den Glo­bus ein Seil ge­spannt, und das Seil um einen Meter ver­län­gert wird – was würde pas­sie­ren? Passt dann wohl noch eine Laus da­zwi­schen?“ Das Er­geb­nis, das er vor­rech­ne­tet, lau­te­te: Zwi­schen Seil und Glo­bus lie­gen dann 16 Zen­ti­me­ter – das er­gibt bei Wei­tem mehr Platz als für eine Laus.

Mädchen guckt durch eine Fotowand, die sie als Astronautin zeigt©A. Göder
Nach­dem Finja im Me­di­en­dom meh­re­re Kurz­shows ge­se­hen hatte, begab sie sich fürs Fo­to­mo­tiv so­zu­sa­gen selbst ins All.

Kaum vor­stell­ba­re Phä­no­me­ne tra­ten auch in den kur­zen Pro­gramm­blö­cken des Me­di­en­doms zu­ta­ge, die die gi­gan­ti­schen Di­men­sio­nen des Welt­alls an der Kup­pel mit Shows aus Fil­men, Klän­gen, Infos und Ef­fek­ten ver­deut­lich­ten. Über tau­send Gäste be­such­ten das Pro­gramm. Schlan­gen bil­de­ten sich auch an den Auf­zü­gen zur Stern­war­te. Ins­ge­samt 270 Be­su­cher und Be­su­che­rin­nen kamen in den Ge­nuss, den Him­mel über Kiel bei Nacht zu sehen. Gegen 22 Uhr muss­te al­ler­dings auf­grund einer Un­wet­ter­war­nung das An­ge­bot ein­ge­stellt wer­den.

Blit­ze zuck­ten nicht nur drau­ßen, son­dern auch im Hoch­span­nungs­la­bor. Kay Schmidt-Reth­mey­er, Pro­fes­sor am Fach­be­reich In­for­ma­tik und Elek­tro­tech­nik, führ­te je­weils klei­ne Grup­pen durch die Räume. Die Gäste er­fuh­ren, dass hier auch Ma­te­ri­al für die In­dus­trie ge­prüft wird. Blit­ze mit mehr als einer Mil­li­on Volt Span­nung und bis zu 200.000 Amper Strom kön­nen im Labor zum Bei­spiel Schwach­stel­len bei Ro­tor­blät­tern von Wind­ener­gie­an­la­gen auf­zei­gen.

FH-Kanzlerin Dr. Anja Franke Schwenk und FH-Präsident Prof. Dr. Björn Christensen rahmen Heidemarie Goerigk und Markus Schack vom Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation anlässlich der Museumsnacht in Kiel ein©A. Göder
Sie freu­ten sich über die gute Stim­mung bei der Mu­se­ums­nacht: (v.l.) FH-Kanz­le­rin Dr. Anja Fran­ke-Schwenk, Heidi Goe­rigk und Mar­kus Schack vom ZKW sowie FH-Prä­si­dent Prof. Dr. Björn Chris­ten­sen.

Be­su­cher und Be­su­che­rin­nen hat­ten au­ßer­dem Ge­le­gen­heit, au­to­no­me Un­ter­was­ser-Fahr­zeu­ge, eine hun­dert­jäh­ri­ge Dampf­ma­schi­ne, alte PCs im Com­pu­ter­mu­se­um, ukrai­ni­sche Kunst sowie – dank VR-Bril­len – vir­tu­el­le Wel­ten zu er­le­ben. Wer sich zwi­schen­durch eine Pause gön­nen woll­te, ge­noss Live-Musik oder stärk­te sich im Mu­se­ums-Café am Ku­chen­bü­fett und mit Waf­feln, deren Duft aus dem Sou­ter­rain nach oben ström­te. Den Ku­chen selbst ge­ba­cken hatte das Team des Zen­trums für Kul­tur und Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on (ZKW), in des­sen Hän­den die Or­ga­ni­sa­ti­on die­ses Ver­an­stal­tungs­for­ma­tes auf dem Cam­pus lag. „Wir bren­nen für die Mu­se­ums­nacht“, er­klär­te Hei­de­ma­rie Goe­rigk vom ZKW, „und wir freu­en uns, dass die Stim­mung so gut war.“

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