Miriam Ziemann und Felix Wehkamp© H. Ohm
Die Kie­ler Ober­stu­fen­schü­ler*innen Mi­ri­am Zie­mann und Felix Weh­kamp sind eine Woche lang an der Fach­hoch­schu­le Kiel zu Gast. Im Rah­men des Schü­ler*innen-Pro­jekts in­te­res­tIng! ent­wi­ckeln sie ein Kon­zept für ein mi­ni­ma­lis­ti­sches Not­fall­be­at­mungs­ge­rät.

star­tIng! und in­te­res­tIng! – Be­rufs- und Stu­di­en­luft schnup­pern an der FH Kiel

von Frau­ke Schä­fer

Heute Mor­gen (4. No­vem­ber 2019) fiel an der FH Kiel zum 13. Mal der Start­schuss für das Erst­se­mes­ter­pro­jekt star­tIng! und erst­mals für das Schü­ler*innen-Pro­jekt in­te­res­tIng!. In einer ein­wö­chi­gen Be­rufs­si­mu­la­ti­on be­ar­bei­ten Stu­di­en­an­fän­ger*innen und Schü­ler*innen der Ober­stu­fe par­al­lel eine Auf­ga­ben­stel­lung aus der schles­wig-hol­stei­ni­schen Wirt­schaft.

Die über 250 Stu­di­en­an­fän­ger*innen der Fach­be­rei­che Ma­schi­nen­we­sen und In­for­ma­tik und Elek­tro­tech­nik sind in 24 in­ter­dis­zi­pli­nä­re Teams ein­ge­teilt; die 28 Schü­ler*innen in drei Teams.  Stu­die­ren­de hö­he­rer Se­mes­ter be­ra­ten bei fach­li­chen Fra­gen; Team-Coa­ches aus dem Fach­be­reich So­zia­le Ar­beit und Ge­sund­heit un­ter­stüt­zen beim Team­buil­ding. Prof. Dr.-Ing. Ha­rald Ja­cob­sen, vom Fach­be­reich In­for­ma­tik und Elek­tro­tech­nik, ver­ant­wor­tet das Ge­samt­pro­jekt und ist sehr ge­spannt, ob sich das neue For­mat be­währt. „Diese Be­rufs­ori­en­tie­rung schon vor der Wahl des Stu­di­en­gangs ist in mei­nen Augen sinn­voll. Daher las­sen wir in die­sem Jahr den Test­bal­lon stei­gen. Wenn am Ende nicht nur die Schü­le­rin­nen und Schü­ler und wir vom Er­geb­nis über­zeugt sind, son­dern auch die an­de­ren Be­tei­lig­ten, also Lehr­kräf­te, Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um und Bun­des­agen­tur für Ar­beit, sind wir auch gerne be­reit, die­ses An­ge­bot zu ver­ste­ti­gen und aus­zu­bau­en.“

Pro­jekt­pa­tin in die­sem Jahr: die Drä­ger­werk AG & Co. KGaA aus Lü­beck. Dr. Hen­ning Rit­ter, der Lei­ter Elek­tro­nik­ent­wick­lung für Me­di­zin­tech­nik, hat die Teil­neh­mer*innen vor eine in­ter­es­san­te Her­aus­for­de­rung ge­stellt: Die Kon­struk­ti­on eines mi­ni­ma­lis­ti­schen Not­fall­be­at­mungs­ge­räts. „Wir freu­en uns auf eine krea­ti­ve Woche. Die pra­xis­na­he Auf­ga­be ist Tech­nik für das Leben. Dafür lohnt es sich zu ar­bei­ten und damit wol­len wir alle Be­tei­lig­ten be­geis­tern. Eine Por­ti­on Zu­satz­mo­ti­va­ti­on und neue Ideen, das ist, was wir alle dar­aus mit­neh­men kön­nen.“

Im Team „Mary An­der­son“ dis­ku­tie­ren zehn Schü­ler*innen sehr an­ge­regt, wie das mo­bi­le Not­fall­be­at­mungs­ge­rät aus­se­hen könn­te: Soll das Gerät in einem fes­ten Kof­fer ver­an­kert sein oder in Folie ver­packt? Muss ein EKG in­te­griert wer­den und wenn ja, wie soll das mög­lich sein bei einem Kos­ten­rah­men von 100 Euro? Felix Weh­kamp von der Ri­car­da-Huch-Schu­le spricht die Auf­ga­be aus fa­mi­liä­ren Grün­den an: „Meine El­tern sind beide Ärzte“. Mi­ri­am Zie­mann (Kie­ler Ge­lehr­ten­schu­le) gibt zu, sich in me­di­zi­ni­schen Fra­gen nicht be­son­ders gut aus­zu­ken­nen: „Es macht Spaß, wird an­spruchs­voll, aber das krie­gen wir be­stimmt hin.“

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Nord­me­tall, der star­tIng! seit 2009 för­dert, un­ter­stützt das neue For­mat durch eine An­schub­fi­nan­zie­rung. Viele Schü­le­rin­nen und Schü­ler hät­ten gro­ßes In­ter­es­se an tech­ni­schen The­men, wüss­ten aber nicht, wie sie das am bes­ten in einem Stu­di­um ver­wirk­li­chen kön­nen, er­klärt Peter Go­lin­ski, Ge­schäfts­füh­rer für Bil­dung und Ar­beits­markt bei Nord­me­tall. „Mit in­te­res­tIng! kön­nen sie nun be­reits vor der Stu­di­en­wahl ganz kon­kre­te prak­ti­sche Er­fah­run­gen an der Hoch­schu­le sam­meln und sich da­durch bes­ser ori­en­tie­ren. Diese sinn­vol­le Er­wei­te­rung von star­tIng! un­ter­stüt­zen wir gerne.“

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