Vertreter der Führungsakademie der Bundeswehr im Interview zum Thema Soft Skills© F. Klein
In einem In­ter­view-For­mat spra­chen Ver­tre­ter*innen der Füh­rungs­aka­de­mie der Bun­des­wehr über die Be­deu­tung von Soft Skills in der Be­rufs­pra­xis.

Soft Skills und Bun­des­wehr – passt das zu­sam­men?

von Felix Klein

Über­fach­li­che Kom­pe­ten­zen wie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit, Team­fä­hig­keit und Re­si­li­enz wer­den zu­sam­men auch Soft Skills ge­nannt. Sie sind für die Ba­che­lor-Stu­die­ren­den des Fach­be­rei­ches Wirt­schaft gleich zu Be­ginn in Form des Mo­duls ‚Soft Skills‘ ein wich­ti­ger Be­stand­teil ihres Stu­di­ums. Wel­chen Stel­len­wert haben Soft Skills in der Ar­beits­welt im All­ge­mei­nen, und bei der Bun­des­wehr im Be­son­de­ren? Warum sind sie für die Aus­übung von Füh­rungs­auf­ga­ben so wich­tig, und wie wer­den sie er­lernt und ent­wi­ckelt?

Diese und ähn­li­che Fra­gen dis­ku­tier­te Mi­ri­am Zim­mer, Do­zen­tin im Modul ‚Soft Skills‘ am Fach­be­reich Wirt­schaft, mit der Lei­ten­den Re­gie­rungs­di­rek­to­rin Mar­ti­na Walz, mit dem Fa­kul­täts­lei­ter Oberst i.G. Rei­ner Just und mit Fre­gat­ten­ka­pi­tän Boris Mel­ching, selbst Ab­sol­vent der Füh­rungs­aka­de­mie. Die Füh­rungs­aka­de­mie der Bun­des­wehr in Ham­burg ist für die Aus- und Wei­ter­bil­dung be­rufs­er­fah­re­ner Of­fi­zie­re zu­stän­dig. Sie be­rei­tet die Ab­sol­vent*innen auf ihre an­spruchs­vol­len Auf­ga­ben vor und ver­mit­telt wich­ti­ge Kom­pe­ten­zen – auch im Be­reich Soft Skills.

Doch warum sind sol­che Fä­hig­kei­ten bei der Bun­des­wehr wich­tig, die auf viele Men­schen einen eher hier­ar­chi­schen Ein­druck macht? „Ja, Be­fehl und Ge­hor­sam sind wich­tig, be­son­ders im Ge­fecht“, sagt Rei­ner Just. Im Grund­be­trieb komme es aber vor allem dar­auf an, dass die Be­tei­lig­ten aller Füh­rungs­ebe­nen aktiv mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, um zu einer Lö­sung zu kom­men. Soft Skills seien hier un­ver­zicht­bar.

„Kom­mu­ni­ka­ti­on ist der Schlüs­sel zum Er­folgt“, be­tont auch Boris Mel­ching wäh­rend der Ver­an­stal­tung. Es sei wich­tig, mit sei­nen Ka­me­rad*innen auf Au­gen­hö­he zu kom­mu­ni­zie­ren, ihre Pro­ble­me und Be­dürf­nis­se zu ver­ste­hen – kurz: em­pha­tisch zu sein. Die Bun­des­wehr ar­bei­tet mit Men­schen, und die­sen könne man mit­tels guter Kom­mu­ni­ka­ti­on Pro­zes­se und Ent­wick­lun­gen ver­ständ­lich er­klä­ren. Das schaf­fe auch Ver­trau­en in die Füh­rungs­kraft.

Vertreter*innen der Führungsakademie der Bundeswehr©F. Klein
Fre­gat­ten­ka­pi­tän Boris Mel­ching, die Lei­ten­de Re­gie­rungs­di­rek­to­rin Mar­ti­na Walz und Fa­kul­täts­lei­ter Oberst i.G. Rei­ner Just. (vlnr)

Für die Erst­se­mes­ter der Stu­di­en­gän­ge BWL und Wirt­schafts­in­for­ma­tik waren das gleich zu Be­ginn in­ter­es­san­te Ein­bli­cke in die Pra­xis und ein Vor­ge­schmack auf das, was sie glei­cher­ma­ßen im Modul ‚Soft Skills‘, im Rah­men ihres Stu­di­ums, und nicht zu­letzt in ihrem wei­te­ren Be­rufs­le­ben er­war­tet.

So sind den Stu­die­ren­den dann auch viele In­ter­view-In­hal­te nach­hal­tig im Kopf ge­blie­ben:   „Kom­mu­ni­ka­ti­on be­deu­tet auch zu­hö­ren – das fand ich span­nend“, sagt die BWL-Stu­den­tin Ce­ci­lia. Auch für Milan bot die Ver­an­stal­tung einen guten Start. Der BWL-Stu­dent fand es sehr in­ter­es­sant zu hören, wie die Re­fe­rent*innen Pro­ble­me aus der Pra­xis an­ge­hen und diese lösen.

Zum Schluss hatte Mar­ti­na Walz noch eine wich­ti­ge Bot­schaft an alle Stu­die­ren­den: „Seien Sie au­then­tisch!“ Auf der Füh­rungs­ebe­ne zu ar­bei­ten be­deu­te nicht, sich zu ver­stel­len, son­dern auch klar die ei­ge­nen Be­dürf­nis­se zu kom­mu­ni­zie­ren.

Mit die­sen in­ter­es­san­ten Ein­bli­cken in das Thema Soft Skills star­ten die Stu­die­ren­den in ihr Stu­di­um und er­war­ten mit Span­nung, was vor ihnen liegt.

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