Eine Panoramaaufnahme eines Hörsaals.© Pixa­bay

Prü­fungs­tipps: Key­note, Pitch, Re­fe­rat & Co.

von viel.-Re­dak­ti­on

Es ist so­weit: In we­ni­gen Tagen wird die Prü­fungs­zeit an der Fach­hoch­schu­le Kiel ein­ge­läu­tet, und die Dräh­te lau­fen heiß. Wer statt einer Klau­sur oder einer Haus­ar­beit einen münd­li­chen Vor­trag ab­lie­fern muss, be­geg­net viel­leicht dem per­sön­li­chen Lam­pen­fie­ber, ver­zet­telt sich mit den Kar­tei­kar­ten in den Hän­den, fängt an zu stot­tern oder hat ein to­ta­les Black-out, wenn alle Augen der Zu­hö­ren­den auf sie oder ihn ge­rich­tet sind. Die viel.-Re­dak­ti­on er­klärt euch, was bei münd­li­chen Prü­fun­gen be­son­ders wich­tig ist und wie ihr sie gut über­steht.

Die Vor­be­rei­tung ist alles

Je nach Modul be­kommt ihr mal mehr, mal we­ni­ger Leis­tungs­punk­te für euren Vor­trag. Trotz­dem soll­tet ihr eine münd­li­che Prü­fung nie auf die leich­te Schul­ter neh­men, denn ge­ra­de sol­che Prü­fungs­for­men sind die, die euch auch im Be­rufs­le­ben wie­der­be­geg­nen kön­nen. Denkt nur an eine Prä­sen­ta­ti­on vor eurem Team, eine Ver­tei­di­gung eurer Idee vor dem Vor­stand, ein Pitch vor einer Runde In­ves­to­ren. Be­rei­tet euch also gut vor: Was ist euer Thema? Wor­über sollt ihr re­fe­rie­ren? Wel­che In­hal­te sind re­le­vant? Auch soll­tet ihr euch klar­ma­chen, was euren Prü­fe­rin­nen und Prü­fern wich­tig ist, wel­che Ar­gu­men­te sie er­war­ten und wie ihr auf et­wai­ge Fra­gen ant­wor­ten könnt.

Üben, üben, üben

Habt ihr euer Thema auf­be­rei­tet, die pas­sen­de Prä­sen­ta­ti­on er­stellt (zum Bei­spiel  Power­Point-Fo­li­en, ein Vor­trags­pos­ter oder ein White-Board-Schau­bild) und euch ent­schie­den, was ihr sagen wollt, geht es ins Ein­ge­mach­te. Übt für euch al­lein vor dem Spie­gel, übt vor euren Kom­mi­li­to­nen, übt vor euren Haus­tie­ren – ganz egal wie, aber hal­tet euren Vor­trag mehr als ein­mal, bevor ihr in die Prü­fung geht. Nur so merkt ihr, wo es in­halt­lich ha­pert und wo ihr an­de­re Worte fin­den müsst, um von euch und eurem Thema zu über­zeu­gen.

Tiiiiiief durch­at­men…

Wer sich kennt und weiß, dass der kalte Angst­schweiß schon bei dem Ge­dan­ken an eine münd­li­che Prü­fung aus­bricht, kann durch das wie­der­hol­te Üben si­che­rer wer­den oder soll­te sich bei der Stu­di­en­be­ra­tung Hilfe su­chen. Bei Prü­fungs- und Sprechangst gibt es ei­ni­ge Lö­sun­gen, die ihr aus­pro­bie­ren könnt.

Steht ihr be­reits vorn und hal­tet eure Key­note, gebt euren Pitch oder klickt durch Folie zehn bei Power­Point, atmet zwi­schen­durch immer mal wie­der tief durch. Das macht den Kopf wie­der klar und bringt euch zum We­sent­li­chen zu­rück.

Ein star­ker An­fang

Am An­fang eines Vor­trags wollt ihr die Auf­merk­sam­keit eures Pu­bli­kums we­cken: Legt euch in Ruhe eure be­nö­tig­ten Un­ter­la­gen und Ma­te­ria­li­en zu­recht, war­tet, bis euch alle zu­hö­ren und schaut offen in die Runde, ehe ihr ver­ständ­lich und nicht zu schnell star­tet. Ge­ra­de die ers­ten Sätze eures Re­fe­rats sind ent­schei­dend für den spä­te­ren Er­folg. Wie­der­holt diese Sätze in­ten­siv, schreibt sie wort­wört­lich auf eine Karte und tragt sie dann frei vor.

Ver­spre­cher, Aus­rut­scher, Satz­feh­ler

Es pas­siert sogar den Bes­ten: Pan­nen im Vor­trag sind nor­mal und kön­nen schnell aus­ge­he­belt wer­den, wenn man weiß, wie.

Fehlt euch das rich­ti­ge Wort, um­schreibt, was ihr meint oder stellt rhe­to­ri­sche Fra­gen: „Wie könn­te ich es noch pas­sen­der aus­drü­cken…“ Oft folgt dann schon ein Zuruf aus der Grup­pe und ihr könnt euch spä­ter be­dan­ken.

Mög­lichst kurze Sätze hel­fen euch, Gram­ma­tik­feh­lern vor­zu­beu­gen. Pas­siert es euch dann doch und der Satz macht nicht mehr viel Sinn, sagt ein­fach: „Um es noch ge­nau­er aus­zu­drü­cken…“

Bei Ver­spre­chern könnt ihr euch lo­cker ent­schul­di­gen, denn oft er­hei­tert sol­ches Wort­ge­schwur­bel sogar die Runde: „Ich mein­te na­tür­lich Va­ria­tio­nen und nicht Va­ri­ta­tio­nen.“

Wenn ihr Angst habt, dass ihr wäh­rend eures Re­fe­rats vom roten Faden ab­kommt, be­rei­tet euch ge­zielt dar­auf vor: Klei­ne Zwi­schen­zu­sam­men­fas­sun­gen sind nicht nur für euch, son­dern auch für euer Pu­bli­kum sehr an­ge­nehm.

Ver­gess­lich­keit und Black-out

Kein Pro­blem, wenn ihr beim Re­fe­rie­ren etwas aus­ge­las­sen habt. Tragt es ein­fach an ge­eig­ne­ter Stel­le nach, indem ihr zum Bei­spiel mit „…was ich in die­sem Zu­sam­men­hang noch er­gän­zen woll­te“ oder „Hier könn­te man noch an­brin­gen, dass…“ Jede Zu­hö­re­rin und jeder Zu­hö­rer wer­den euch die­sen klei­nen Pat­zer ver­zei­hen, meis­tens wird es nicht ein­mal auf­fal­len.

Ein Black-out wiegt zwar schwe­rer, doch auch hier braucht ihr nicht in Panik zu ver­fal­len. Atmet tief ein und aus, trinkt einen Schluck, putzt euch kurz die Nase, um Zeit zu be­kom­men – fällt euch wie­der ein, was ihr sagen woll­tet? Wenn nicht, soll­tet ihr ehr­lich sein und euch dazu be­ken­nen, dass ihr ge­ra­de nicht mehr wei­ter­wisst. Eure Prü­fer wer­den euch dann eine zwei­te Chan­ce im zwei­ten Prü­fungs­zeit­raum an­bie­ten, wenn ihr nicht mehr zu­rück ins Thema fin­det.

Der runde Ab­schluss

Die letz­te Folie, der letz­te Satz, vie­len Dank für Ihre Auf­merk­sam­keit – be­en­det euren Vor­trag in­halt­lich poin­tiert und prä­zi­se. Lasst euren Prü­fe­rin­nen und Prü­fern da­nach kurz Zeit, das Ende wir­ken zu las­sen, sich bei euch zu be­dan­ken und Fra­gen zu stel­len. Auch wenn ihr am liebs­ten so­fort aus dem Raum ver­schwin­den wollt: Bleibt ruhig und beim Thema, ehe ihr das wohl­ver­dien­te Prü­fungs­en­de ge­nie­ßt.

Ihr habt noch mehr Tipps und Tricks für münd­li­che Prü­fun­gen? Wir freu­en uns auf eure Ideen in den Kom­men­ta­ren oder bei Face­book.

Julia Kö­nigs

© Fach­hoch­schu­le Kiel