eine Grafik© Jacob / Guhse

Me­di­zin­tech­nik schlägt Brü­cke zwi­schen FH Kiel und Uni­kli­nik Tü­bin­gen

von Cam­pus­re­dak­ti­on

Die ge­sell­schaft­li­che Al­te­rung ist in allen Le­bens­la­gen zu spü­ren. So sind For­schun­gen auf dem Ge­biet der Me­di­zin­tech­nik zum Er­halt oder zur Stei­ge­rung der Le­bens­qua­li­tät auch im hohen Alter un­ab­ding­bar und über In­sti­tuts­gren­zen hin­aus wich­tig. Mit die­sem Grund­ge­dan­ken wurde eine hoff­nungs­vol­le Ko­ope­ra­ti­on be­grün­det.

Als René Guhse, Lehr­kraft für be­son­de­re Auf­ga­ben für den Be­reich Tech­ni­sche Me­cha­nik am Fach­be­reich Ma­schi­nen­we­sen der FH Kiel, nach lan­ger Zeit wie­der mit sei­nem alten Schul­freund Chris­to­pher Jacob in Kon­takt trat, tausch­ten sie sich im Rah­men eines ge­mein­sa­men Ur­laubs 2019 auch über ihre be­ruf­li­chen Lauf­bah­nen aus. Wäh­rend der Do­zent aus Kiel hun­der­te Stu­die­ren­de fit in phy­si­ka­li­schen Be­rech­nun­gen und hoch­mo­der­nen Si­mu­la­ti­ons­me­tho­den macht, forscht Chris­to­pher Jacob seit Jah­ren als La­bor­lei­ter des Bio­me­cha­ni­kla­bors der Uni­ver­si­täts­kli­nik Tü­bin­gen in vitro an Aus­wir­kun­gen von Ver­schlei­ß­er­schei­nun­gen an Wir­bel­säu­len und Ge­len­ken aller Art.

Und genau durch diese schein­bar un­ter­schied­li­chen Schwer­punk­te kam den For­schern die Idee zur Ko­ope­ra­ti­on. Zu­nächst konn­ten die In­ge­nieu­re durch Zu­sam­men­ar­beit eine op­ti­mier­te Ap­pa­ra­tur zum Ein­span­nen von Wir­bel­säu­len ent­wi­ckeln. Doch dabei soll­te es nicht blei­ben: „Wir kön­nen die per­so­nel­len Kräf­te qua­li­fi­zier­ter Stu­die­ren­der der Fach­hoch­schu­le Kiel nut­zen, um hoch­ak­tu­el­le und ge­sell­schaft­lich be­deu­ten­de The­men der Me­di­zin­tech­nik mit ef­fek­ti­ven Si­mu­la­tio­nen zu be­ar­bei­ten“, er­klärt René Guhse.

Seit dem Som­mer 2020 konn­ten be­reits meh­re­re The­men in Form von Stu­di­en- und Mas­ter­ar­bei­ten an Stu­die­ren­de ge­bracht wer­den, wel­che ak­tu­ell unter an­de­rem to­po­lo­gi­sche Ein­flüs­se von Kie­fer- und Ge­lenk­geo­me­tri­en sowie Be­las­tun­gen auf Knie- und Hüft­pro­the­sen un­ter­su­chen.

Die Tech­ni­sche Zeich­nung, die der Stu­dent Sönke Pahl im Rah­men sei­ner ak­tu­el­len Stu­di­en­ar­beit an­ge­fer­tigt hat, zeigt, dass das Feh­len einer strik­ten Norm für Hüft­pro­the­sen dazu führt, dass ver­schie­de­ne Her­stel­ler un­ter­schied­li­che Geo­me­tri­en unter der glei­chen Be­zeich­nung ver­trei­ben. Das kann im schlimms­ten Fall zu einem plötz­li­chen Bruch der auf dem Konus ste­cken­den ke­ra­mi­schen Hüft­köp­fe füh­ren. 

Ziel der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen der FH und dem or­tho­pä­di­schen Bio­me­cha­ni­k­la­bor ist es, diese und an­de­re Si­mu­la­tio­nen mit Hilfe der Ex­pe­ri­men­te aus Tü­bin­gen zu va­li­die­ren, um zu­künf­tig noch ef­fi­zi­en­ter durch Si­mu­la­ti­ons­be­glei­tung der prak­ti­schen Ex­pe­ri­men­te wis­sen­schaft­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Fort­schritt zu schaf­fen.

Man darf ge­spannt sein!

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