Frau auf Couch mit bunten Weihnachtssocken© Pixa­bay

Ler­nen in der Weih­nachts­zeit

von Julia Kö­nigs

Zwi­schen Plätz­chen, Weih­nachts­ku­chen, Ei­er­li­kör und dem hun­derts­ten Mal Kevin al­lein zu Haus run­ter von der Couch und an den Schreib­tisch? Mit wel­chen Tricks das fast mü­he­los funk­tio­niert, er­fahrt ihr heute aus der viel.-Re­dak­ti­on.

Auch wenn Weih­nach­ten und Sil­ves­ter mit einer klei­nen Stu­di­ums-Ver­schnauf­pau­se da­her­kom­men mögen: Wäh­rend der Fei­er­ta­ge ruhen die Ar­bei­ten und Ab­ga­ben nicht, wenn man sie nur in eine Schub­la­de steckt und ge­konnt igno­riert. Spä­tes­tens am Neu­jahrs­tag ist die Panik dann groß: Wo ist nur die Zeit ge­blie­ben? Warum habe ich diese Haus­ar­beit nicht ge­schrie­ben, son­dern sie­ben Staf­feln The Big Bang Theo­ry ge­schaut? Und warum über­haupt sind plötz­lich alle Weih­nachts­kek­se auf­ge­ges­sen?

Das lang­sam her­an­na­hen­de Se­mes­ter­en­de könnt ihr we­sent­lich stress­frei­er an­ge­hen, wenn ihr euch an diese neun Tipps hal­tet.

Tipp 1: Mehr schla­fen

Rich­tig ge­le­sen: Nutzt die freie Zeit, um mehr zu schla­fen. Es war­ten keine Vor­le­sun­gen und Se­mi­na­re auf euch, der We­cker holt euch nicht schon um 6 Uhr aus dem Bett. Sorgt also dafür, dass ihr min­des­tens sie­ben bis acht Stun­den pro Nacht schlaft. Wer ge­sund und aus­ge­ruht in den Tag star­ten kann, ist er­wie­se­ner­ma­ßen pro­duk­ti­ver, kon­zen­trier­ter und bes­ser ge­launt. Mit sol­chen Vor­aus­set­zun­gen schreibt sich die Haus­ar­beit quasi von al­lein – oder zu­min­dest leich­ter.

Tipp 2: Nur 30 Mi­nu­ten

Nutzt eure En­er­gie klug. Das heißt, dass ihr euch klar über­le­gen soll­tet:

  • was es für euch wäh­rend der Fest­ta­ge zu tun gibt,
  • was ihr un­be­dingt er­le­di­gen wollt und
  • wie drin­gend die ein­zel­nen Auf­ga­ben ab­zu­ar­bei­ten sind.

Macht euch eine Liste, mar­kiert die ein­zel­nen Ar­beits­schrit­te nach Prio­ri­tät und legt fest, an wel­chen Tagen ihr etwas für euer Stu­di­um tun wollt. Ganz wich­tig hier­bei: Ihr müsst keine kom­plet­ten Tage mit Ar­beit und Ler­nen ver­brin­gen und dem ver­füh­re­ri­schen Duft von hei­ßer Scho­ko­la­de und Punsch hin­ter­her­trau­ern. 30 Mi­nu­ten am Tag rei­chen aus, wenn ihr euch kon­se­quent daran hal­tet. Wer fo­kus­siert für eine halbe Stun­de lernt, tut manch­mal mehr als je­mand, der vier Stun­den un­un­ter­bro­chen ab­ge­lenkt ist und sich nicht mo­ti­vie­ren kann. Also: 30 Mi­nu­ten und schon etwas ge­schafft!

Tipp 3: Schön­heit macht das Ler­nen leich­ter

Ver­schö­nert euch den Platz, an dem ihr ar­bei­tet. Die Weih­nachts­zeit bie­tet sich ge­ra­de­zu an, um wäh­rend des Ler­nens ein paar Ker­zen an­zu­zün­den, Lich­ter­ket­ten ein­zu­schal­ten oder, wenn ihr bei Musik ler­nen könnt, weih­nacht­li­che Lie­der zu hören.  

Tipp 4: Be­loh­nungs­sys­tem ak­ti­vie­ren

Habt ihr schon ein­mal ver­sucht, euch sel­ber zu be­stechen? Dann star­tet jetzt das nächs­te Ex­pe­ri­ment. Ver­sprecht euch, dass ihr euch mit einem Stück Weih­nachts­tor­te oder ein paar Kek­sen be­lohnt, wenn ihr drei Sei­ten eurer Ar­beit ge­schrie­ben, ein Ka­pi­tel im Lehr­buch ge­le­sen und zu­sam­men­ge­fasst oder eine Runde Kar­tei­kar­ten ge­lernt habt. Wenn ihr so euer per­sön­li­ches Be­loh­nungs­sys­tem nach ge­ta­ner Ar­beit ak­ti­viert, fällt es euch spä­ter leich­ter, wie­der an die Ar­beit zu gehen. Wer sich nicht mit Le­cke­rei­en kon­di­tio­nie­ren will, darf sich na­tür­lich auch mit einer Folge der Lieb­lings­se­rie, Sport, einem Spa­zier­gang, einem Kaf­fee­klatsch mit Freun­den oder an­de­ren Hob­bys be­loh­nen.

Tipp 5: Ge­sprächs­künst­ler*in wer­den

Jedes Jahr das­sel­be Spiel: „Wann bist du denn mit dem Stu­di­um fer­tig“, fragt Oma Anna. „Und was machst du dann damit?“, fragt Onkel Peter. „Also, an dei­ner Stel­le würde ich mich ein biss­chen ran­hal­ten, meinst du nicht?“, kom­men­tiert Tante Ilse.

Ja, die lie­ben Ver­wand­ten mei­nen es doch nur gut mit uns Stu­die­ren­den. Ver­sucht es die­ses Jahr an­ders: Er­zählt eurer Fa­mi­lie von eurem Stu­di­um, ohne da­nach ge­fragt zu wer­den. Be­rich­tet, was euch an eurem Stu­di­en­gang be­geis­tert, wel­che In­hal­te euch in­spi­rie­ren, warum ihr kon­se­quent dafür sorgt, einen Ab­schluss in der Hand zu hal­ten, wenn die Zeit ge­kom­men ist. So er­in­nert ihr euch selbst daran, warum ihr über­haupt stu­diert, wenn es euch wie­der ein­mal schwer­fällt – und geht den läs­ti­gen Fra­gen der Ver­wand­ten ge­konnt aus dem Weg.

Tipp 6: Screen-Time sinn­voll ein­set­zen

Ge­hört ihr zu den­je­ni­gen, die vi­su­ell am bes­ten Ler­nen kön­nen? Statt eure Tage mit Net­flix und Co. zu ver­brin­gen, könnt ihr euch mit einem hei­ßen Tee oder Kakao ein­fach vor ein paar Lern­vi­de­os oder On­line-Kurse set­zen, die euer Wis­sen ver­fes­ti­gen oder er­wei­tern. Nichts leich­ter als das.

Tipp 7: Win­ter­zeit ist Le­se­zeit

Wäh­rend des Se­mes­ters seid ihr dazu an­ge­hal­ten, Texte quer zu lesen, den Sinn schnell her­aus­zu­fil­tern und die Kern­the­sen zu er­ar­bei­ten, ohne das ge­sam­te Buch zu be­en­den. Stu­di­en­li­te­ra­tur ist schlie­ß­lich an­ders als der neue Fit­zek-Thril­ler. Trotz­dem soll­tet ihr eure Le­se­fä­hig­keit re­gel­mä­ßig schu­len und ganze Bü­cher lesen. Nutzt die frei­en Tage, um euch ent­spannt mit einer Decke hin­zu­set­zen, zu schmö­kern und gleich­zei­tig mit bes­tem Ge­wis­sen etwas für euer Stu­di­um zu tun: Ihr för­dert eure Le­se­kom­pe­tenz, er­wei­tert euren Ho­ri­zont und übt euch in fo­kus­sier­ter Ent­span­nung. Hier fin­det ihr üb­ri­gens die Lese-Tipps der viel.-Re­dak­ti­on.

Tipp 8: Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on und Zu­kunfts­pla­nung

Wenn das Ler­nen so gar nicht funk­tio­nie­ren mag: Nutzt die Zeit, um euch um die Or­ga­ni­sa­ti­on eures Stu­di­ums zu küm­mern. Hef­tet lose Zet­tel ab, sor­tiert Un­ter­la­gen, no­tiert wich­ti­ge Ter­mi­ne, plant eure nächs­ten Schrit­te im Stu­di­um. Wo soll es im nächs­ten Se­mes­ter hin­ge­hen? Wollt ihr viel­leicht ein Se­mes­ter im Aus­land ver­brin­gen? Müsst ihr euch für wich­ti­ge Kurse an­mel­den, eure The­sis schrei­ben? Das Jah­res­en­de eig­net sich wun­der­bar dafür, die Ge­dan­ken in die Zu­kunft zu rich­ten. 

Tipp 9: 100 Pro­zent Pause

Hei­lig­abend: Der Tan­nen­baum glit­zert, das Fest­essen ist ser­viert, Ge­schen­ke war­ten nur dar­auf, aus­ge­packt zu wer­den – jetzt ist es Zeit für eine rich­ti­ge Pause. Gönnt euch die Ruhe, ge­nie­ßt die Stun­den mit euren Liebs­ten. Diese ge­mein­sa­me Aus­zeit kommt viel zu oft näm­lich zu kurz.

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