von rechts nach links stehen Michael Ahne, Björn Christensen, Anne Benett-Sturies, Katja Günther, Martin Braatz und Katrin Lütjen anlässlich der Förderung der Professur Grünland und Klimaschutz© H. Kühl
Freu­en sich über die För­de­rung der Pro­fes­sur Grün­land und Kli­ma­schutz (v.l.): Mi­cha­el Ahne (Um­welt­mi­nis­te­ri­um), FH-Prä­si­dent Prof. Dr. Björn Chris­ten­sen, die Staats­se­kre­tä­rin­nen Anne Be­nett-Stu­ries (Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um) und Katja Gün­ther (Um­welt­mi­nis­te­ri­um), Prof. Dr. Mar­tin Braatz, Dekan am Fach­be­reich Agrar­wirt­schaft, und Kat­rin Lüt­jen (Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um).

Land­wirt­schaft fit für die Zu­kunft ma­chen und Öko­sys­te­me er­hal­ten

von Jana Ohl­hoff und Hanna Kühl | MLLEV

Grün­land ist eine wich­ti­ge Nutz­flä­che für die Land­wirt­schaft und gleich­zei­tig be­deut­sam für den Klima- und Bio­di­ver­si­täts­schutz. Der Kli­ma­wan­del setzt die Grün­land­stand­or­te aber zu­neh­mend unter Druck. Die Lan­des­re­gie­rung för­dert jetzt eine Pro­fes­sur für „Grün­land und Kli­ma­schutz“ am Fach­be­reich Agrar­wirt­schaft an der Fach­hoch­schu­le Kiel. Damit soll ein Bei­trag zur Er­ar­bei­tung zu­kunfts­fä­hi­ger und pra­xis­taug­li­che Lö­sun­gen der The­men­in­hal­te „Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung in der Land­wirt­schaft“ ge­leis­tet wer­den.

Land­wirt­schafts­staats­se­kre­tä­rin Anne Be­nett-Stu­ries be­ton­te: „Dau­er­grün­land­flä­chen sind für Schles­wig-Hol­stein von gro­ßer Be­deu­tung. Ei­ner­seits die­nen sie der ak­ti­ven Be­wei­dung und Schnitt­nut­zung in der für unser Land wich­ti­gen Milch­vieh­hal­tung und sind für die re­gio­na­le Wert­schöp­fung und das Tier­wohl be­deu­tend. An­de­rer­seits lie­fern Grün­land­stand­or­te um­fang­rei­che Öko­sys­tem­leis­tun­gen. Ich bin daher stolz, dass uns mit der Ein­rich­tung der Grün­land­pro­fes­sur der Schul­ter­schluss zwi­schen Land­wirt­schaft, Na­tur­schutz, Wis­sen­schaft und Ver­wal­tung zu die­sem für unser Land wich­ti­gen Thema ge­lun­gen ist. Ich habe mich im Rah­men un­se­res Kom­pe­tenz­zen­trums für kli­ma­ef­fi­zi­en­te Land­wirt­schaft dafür ein­ge­setzt, die­sen ge­mein­sa­men Schritt zu gehen. Damit set­zen wir ge­mein­sam ein wich­ti­ges Si­gnal, um un­se­re Land­wirt­schaft fit für die An­pas­sun­gen an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels zu ma­chen und dabei zu un­ter­stüt­zen, Treib­haus­gas-Emis­sio­nen wei­ter zu re­du­zie­ren.“

Anne Benett-Sturies, Björn Christensen und Katja Günther sitzen an einem Tisch und unterzeichnen die Vereinbarung über die vom Land geförderte Grünlandprofessur an der FH Kiel©H. Kühl
Un­ter­zeich­ne­ten den Ver­trag zur vom Land ge­för­der­ten Pro­fes­sur Gründ­land und Kli­ma­schutz an der FH Kiel: Staats­se­kre­tä­rin Anne Be­nett-Stu­ries (Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, l.), FH-Prä­si­dent Prof. Dr. Björn Chris­ten­sen und Staats­se­kre­tä­rin Katja Gün­ther (Um­welt­mi­nis­te­ri­um).

Um­welt­staats­se­kre­tä­rin Katja Gün­ther sagte: „In­tak­tes Grün­land ist nicht nur ein wich­ti­ger Le­bens­raum vie­ler Arten, son­dern auch in der Lage, Was­ser und Koh­len­stoff zu spei­chern. Damit ist Grün­land ein Mul­ti­ta­lent für den Schutz der Bio­di­ver­si­tät, der Ge­wäs­ser und des Kli­mas. Doch der Zu­stand fast aller Le­bens­raum­ty­pen des Grün­lands in Deutsch­land ver­schlech­tert sich immer wei­ter. Ins­be­son­de­re die Kli­ma­kri­se setzt den wert­vol­len Le­bens­raum unter Druck. Gleich­zei­tig trägt die Land­wirt­schaft selbst durch ihre Emis­sio­nen zur Ver­stär­kung des Kli­ma­wan­dels bei. Damit in­tak­tes Grün­land er­hal­ten und Schles­wig-Hol­stein seine Kli­ma­zie­le er­rei­chen kann, muss der Sek­tor in­no­va­ti­ve, kli­ma­freund­li­che Be­wirt­schaf­tungs­me­tho­den ein­set­zen. Durch die neue Pro­fes­sur för­dern wir pra­xis­ori­en­tier­te For­schung zum Kli­ma­schutz und zur Kli­ma­an­pas­sung in der Flä­che. Damit ma­chen wir das Grün­land und die Land­wirt­schaft kli­ma­fest.“

„Die Fach­hoch­schu­le Kiel freut sich au­ßer­or­dent­lich über die För­de­rung des Land­wirt­schafts- und Um­welt­mi­nis­te­ri­ums zur Ein­rich­tung der Pro­fes­sur für Grün­land­wirt­schaft und Kli­ma­schutz, da so die zu­künf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen in der Grün­land­be­wirt­schaf­tung so­wohl in der an­ge­wand­ten For­schung als auch in Lehre und Trans­fer be­ar­bei­tet wer­den kön­nen“, sagte der Prä­si­dent der FH Kiel, Pro­fes­sor Björn Chris­ten­sen. Das Ne­ben­ein­an­der von Grün­land­nut­zun­gen ver­schie­de­ner In­ten­si­tä­ten könne nun ge­nau­er un­ter­sucht und in der Lehre sowie im Trans­fer an Stu­die­ren­de, Be­ra­te­rin­nen und Be­ra­ter sowie Land­wir­tin­nen und Land­wir­te ver­mit­telt wer­den.

„Grün­land­flä­chen, die ein Drit­tel der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che Schles­wig-Hol­steins aus­ma­chen, bie­ten neben der wich­ti­gen land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung um­fang­rei­che Öko­sys­tem­leis­tun­gen wie bei­spiels­wei­se Bio­di­ver­si­tät und Ge­wäs­ser­schutz und kön­nen große Bei­trä­ge zum Kli­ma­schutz leis­ten“, er­klär­te Pro­fes­sor Mar­tin Braatz, Dekan des Fach­be­reichs Agrar­wirt­schaft der FH Kiel. „Über die Be­ar­bei­tung der ver­schie­de­nen Fra­ge­stel­lun­gen zu land­wirt­schaft­li­chen, öko­lo­gi­schen und kli­ma­re­le­van­ten As­pek­ten der Grün­land­be­wirt­schaf­tung kann der Fach­be­reich einen zu­sätz­li­chen Bei­trag zur zu­künf­ti­gen Vi­ta­li­tät des länd­li­chen Rau­mes in Schles­wig-Hol­stein leis­ten“, so Braatz wei­ter.

Die Land­wirt­schaft ist ei­ner­seits einer der Haupt­be­trof­fe­nen des Kli­ma­wan­dels, an­de­rer­seits trägt sie zur Emis­si­on von kli­ma­re­le­van­ten Treib­haus­ga­sen bei. Die Lan­des­re­gie­rung hat sich dar­auf ge­ei­nigt, bis 2040 das erste kli­ma­neu­tra­le In­dus­trie­land zu wer­den. In An­be­tracht des­sen sind zum einen Maß­nah­men zur Re­duk­ti­on der Treib­haus­gas­emis­sio­nen und zum an­de­ren Maß­nah­men zur An­pas­sung an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels er­for­der­lich. Für die Grün­land­be­wirt­schaf­tung re­sul­tiert dar­aus die Not­wen­dig­keit neuer Füt­te­rungs- und Wei­de­ma­nage­ment­sys­te­me, aber auch Bio­mas­sen­ut­zungs­kon­zep­te. Gleich­zei­tig sind die Kli­ma­schutz- und Bio­di­ver­si­täts­funk­tio­nen sowie das Was­ser­ma­nage­ment des Grün­lan­des ver­stärkt in den Fokus zu neh­men. Zu­künf­tig wird es in Schles­wig-Hol­stein zu einem Ne­ben­ein­an­der von Grün­land­nut­zun­gen ver­schie­de­ner In­ten­si­tä­ten kom­men, die eine große Spann­brei­te an un­ter­schied­li­chen Zie­len ver­fol­gen und Maß­nah­men er­for­dern.

 

Hin­ter­grund:

Rund ein Drit­tel (rund 330.000 Hekt­ar) der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen in Schles­wig-Hol­stein sind Grün­land­fä­chen. Sie wer­den haupt­säch­lich von Milch­vieh­be­trie­ben zur Wert­schöp­fung und Ein­kom­mens­si­che­rung ge­nutzt. Davon ent­fal­len rund 40 Pro­zent (130.000 Hekt­ar) auf Moor- bzw. or­ga­ni­sche Böden, auf denen be­son­de­re Her­aus­for­de­run­gen für die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­on sowie An­for­de­run­gen an Klima-, Ge­wäs­ser- und Bio­di­ver­si­täts­schutz be­stehen.

 

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