Luisa Bronk, Victor Setiawan Effendi und Fanny Sußmann auf der Bühne im Audimax der FH Kiel© JF WED­DING
Drei der 46 Deutsch­land­sti­pen­di­at*innen der FH Kiel: Luisa Bronk, Vic­tor Setia­wan Ef­fen­di und Fanny Su­ß­mann (v.l.n.r).

FH Kiel ver­gibt 46 Deutsch­land­sti­pen­di­en

von Frau­ke Schä­fer

46 Stu­die­ren­de aus 32 Stu­di­en­gän­gen der Fach­hoch­schu­le (FH) Kiel er­hiel­ten ges­tern (19. No­vem­ber 2024) ihre Ur­kun­den für das Deutsch­land­sti­pen­di­um. Sie wer­den ein Jahr lang mit 300 Euro mo­nat­lich ge­för­dert. Im Rah­men der Ver­an­stal­tung nut­zen die Sti­pen­di­at*innen die Ge­le­gen­heit, sich mit den för­dern­den Per­so­nen, Stif­tun­gen und Un­ter­neh­men erst­mals aus­zu­tau­schen.

Fanny Su­ß­mann hat früh ihre Lei­den­schaft für das Ma­ri­ti­me ent­deckt: An­statt nach dem Ab­itur zu stu­die­ren, heu­er­te die ge­bür­ti­ge Ham­bur­ge­rin auf Se­gel­schif­fen an. Ihre Be­geis­te­rung für die See­fahrt hatte ihr Gro­ßva­ter ge­weckt, mit ihm war sie als Kind viel ge­se­gelt. Zwei Jahre lang ar­bei­te­te Fanny Su­ß­mann als Ma­tro­sin und weil ihr die hand­werk­li­chen Ar­bei­ten auf den Schif­fen immer viel Freu­de be­rei­te­ten, ließ sie sich zur Boots­baue­rin aus­bil­den. Sie ar­bei­te­te in dem Beruf, fuhr wie­der zur See und be­such­te die nie­der­län­di­sche See­fahrts­schu­le. Seit die­sem Win­ter­se­mes­ter stu­diert Fanny Su­ß­mann Schiff­bau und Ma­ri­ti­me Tech­nik an der FH Kiel: „Ich bin bei mei­ner Ar­beit häu­fig an Wis­sens­gren­zen ge­sto­ßen und woll­te mich gerne de­tail­lier­ter mit den The­men aus­ein­an­der­set­zen“, er­klärt die 25-Jäh­ri­ge. „Das Stu­di­um er­mög­licht mir hof­fent­lich in Zu­kunft mehr in die Boots- und Schiffs­kon­struk­ti­on ein­zu­stei­gen und pra­xis­nah mit mei­ner Er­fah­rung aus dem Hand­werk zu ar­bei­ten. Ich schät­ze es sehr, noch die Mög­lich­keit zu haben mich wei­ter­zu­bil­den. Durch das Sti­pen­di­um kann ich mich mehr auf das Stu­di­um kon­zen­trie­ren, weil ich ne­ben­bei we­ni­ger ar­bei­ten muss.“

Potrait von Fanny Sußmann©JF WED­DING
Von der Ma­tro­sin und Boots­baue­rin zur Stu­den­tin: Fanny Su­ß­mann möch­te mit dem Ba­che­lor­stu­di­um Schiff­bau und Ma­ri­ti­me Tech­nik mehr über Boots-und Schiffs­kon­struk­tio­nen ler­nen.

Einen wei­ten Weg hat Vic­tor Setia­wan Ef­fen­di zu­rück­ge­legt: 2018 hatte er seine Hei­mat­stadtSura­kar­ta in In­do­ne­si­en ver­las­sen, im Rah­men eines Bun­des­frei­wil­li­gen­diens­tes in Le­ver­ku­sen ar­bei­te­te er in einem Kin­der­gar­ten. Doch Ef­fen­di woll­te stu­die­ren, aber dafür muss­te er zu­nächst seine Stu­di­en­zu­gangs­be­rech­ti­gung an einem Stu­di­en­kol­leg er­lan­gen. Im Som­mer 2019 ab­sol­vier­te er seine Auf­nah­me­prü­fung in Kiel und ent­schied sich – trotz an­fäng­li­cher Be­den­ken – für Kiel. „Ich war skep­tisch. Denn Kiel liegt ganz im Nor­den und ich hatte Angst davor, von der Welt ab­ge­schnit­ten zu sein“, ge­steht Ef­fen­di. Aber nach sei­nem Umzug stell­te er fest, dass es hier nicht nur viele Möwen, Was­ser und Wind, son­dern auch sehr nette Men­schen gibt.

Für das Stu­di­um der Fahr­zeug­tech­nik zog er nach Wolfs­burg, für den Mas­ter in Elek­tri­sche Tech­no­lo­gi­en kehr­te er zu­rück an die Förde: „Rück­bli­ckend war ich hier glück­lich, die­ses Ge­fühl habe ich in Wolfs­burg nicht ge­fun­den. Mein Ba­che­lor­stu­di­um in Fahr­zeug­tech­nik war ma­schi­nen­bau­las­tig. Mir hat die Elek­tro­tech­nik ge­fehlt, die­ses Fach­ge­biet in­ter­es­siert mich eben­falls. Im Stu­di­um soll­te man vie­les aus­pro­bie­ren. Also habe ich mich ent­schie­den, in eine an­de­re Rich­tung zu gehen.“ Deutsch­land sei seine neue Hei­mat ge­wor­den, sagt der 24-Jäh­ri­ge. „In den letz­ten Jah­ren muss­ten wir lei­der viele Kri­sen er­le­ben. Nichts­des­to­trotz möch­te ich nicht von hier weg­ge­hen, weil ich mich hier sehr gut ein­ge­lebt habe und mich wohl fühle.“

Victor Setiawan Effendi©JF WED­DING
Von Kiel nach Wolfs­burg und wie­der zu­rück: Nach sei­nem er­folg­rei­chen Ab­schluss des Stu­di­en­kol­legs an der FH Kiel stu­dier­te Vic­tor Setia­wan Ef­fen­di in Wolfs­burg Fahr­zeug­tech­nik. Für sein Mas­ter­stu­di­um Elek­tri­sche Tech­no­lo­gi­en kehr­te er an die Förde zu­rück.

Luisa Bronk istin die­sem Som­mer vom Stadt­rand Ber­lins an die Ost­see ge­zo­gen. Ihr Ziel: Der Dop­pel­ba­che­lor Be­triebs­wirt­schafts­leh­re an der FH Kiel und der deutsch-fran­zö­si­schen Hoch­schu­le. Schon seit ihrer Schul­zeit liebt sie die fran­zö­si­sche Spra­che. „Ich möch­te Fran­zö­sisch gerne auch in mei­nem wei­te­ren (Be­rufs-)Leben spre­chen“, er­klärt die 19-Jäh­ri­ge. „Durch diese Zu­satz­qua­li­fi­ka­ti­on ver­spre­che ich mir gute Chan­cen auf dem Ar­beits­markt. Und ich möch­te durch einen wei­te­ren Aus­lands­auf­ent­halt meine per­sön­li­chen Fä­hig­kei­ten, mein Wis­sen und mei­nen Ho­ri­zont er­wei­tern.“

Au­ßer­dem in­ter­es­siert sich Luisa Bronk für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­hän­ge und Ma­nage­ment­pro­zes­se. An ihrem FH-Stu­di­um schätzt sie des­sen the­ma­ti­sche Band­brei­te und In­ter­dis­zi­pli­na­ri­tät. Dies, hofft die 19-Jäh­ri­ge, er­öff­ne ihr nach dem Stu­di­um eine Kar­rie­re in ganz un­ter­schied­li­chen Bran­chen. Das Deutsch­land­sti­pen­di­um ist für sie eine An­er­ken­nung ihrer bis­he­ri­gen Leis­tun­gen und eine große fi­nan­zi­el­le Er­leich­te­rung: „Ich kann mich bes­ser auf das Stu­di­um kon­zen­trie­ren. Das Sti­pen­di­um als Teil mei­nes Le­bens­lau­fes kann hof­fent­lich meine be­ruf­li­chen Per­spek­ti­ven ver­bes­sern, auch durch nütz­li­che Kon­tak­te für meine wei­te­re aka­de­mi­sche und be­ruf­li­che Lauf­bahn. Au­ßer­dem mo­ti­viert mich diese An­er­ken­nung, meine Ziele zu ver­fol­gen und auch wei­ter­hin gute aka­de­mi­sche Leis­tun­gen zu lie­fern.“

Portrait Luisa Bronk©JF WED­DING
Sti­pen­dia­tin Luisa Bronk kann sich dank des Deutsch­land­sti­pen­di­ums bes­ser auf ihr BWL-Stu­di­um kon­zen­trie­ren.

Die Prof. Dr. Wer­ner-Pe­ter­sen-Stif­tung fi­nan­ziert seit meh­re­ren Jah­ren zehn Deutsch­land-Sti­pen­di­en an der FH Kiel und ist damit auch in die­sem Jahr einer der grö­ß­ten Stif­ter. „Un­se­re Stif­tung för­dert nach­drück­lich die Ver­ga­be von Deutsch­land-Sti­pen­di­en ins­be­son­de­re in den MINT-Fä­chern, weil wir in dem Pro­gramm ein Stück Zu­kunfts­in­ves­ti­ti­on sehen“, er­klärt Dr. Chris­ti­an Zöll­ner, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der und Ge­schäfts­füh­rer, das En­ga­ge­ment der Stif­tung. „Wir wol­len da­durch en­ga­gier­ten jun­gen Men­schen den Weg in die Hoch­schu­le ebnen und ihnen dort etwas mehr Frei­raum zur ei­ge­nen Ent­fal­tung er­mög­li­chen. Mit einem ab­ge­schlos­se­nen Stu­di­um leis­ten sie ihren Bei­trag zur Wei­ter­ent­wick­lung un­se­rer Ge­sell­schaft. Da dies ein vor­ran­gi­ges Ziel un­se­rer Stif­tungs­ar­beit ist, füh­len wir uns part­ner­schaft­lich auch mit der FH Kiel ver­bun­den." 

Portraitaufnahme Dr. h. c. Klaus Wichmann und Dr. Christian W. Zöllner©JF WED­DING
Dr. h. c. Klaus Wich­mann (Vor­sit­zen­der, links im Bild) und Dr. Chris­ti­an W. Zöll­ner (stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der und Ge­schäfts­füh­rer) von der Prof. Dr. Wer­ner-Pe­ter­sen-Stif­tung haben per­sön­lich an der Ver­ga­be­fei­er an der FH Kiel teil­ge­nom­men

 

 

Liste der För­dern­den:

  • Ac­te­mi­um Ce­ge­lec Mitte GmbH
  • CITTI Han­dels­ge­sell­schaft mbH & Co. KG
  • Evan­ge­lisch-Lu­the­ri­sche Kir­che in Nord­deutsch­land
  • FH Kiel Stif­tung
  • Förde Spar­kas­se Stif­ter­ge­mein­schaft
  • Lydia und Her­mann Früch­tenicht Stif­tung
  • Raf­fi­ne­rie Heide GmbH
  • In­ves­ti­ti­ons­bank Schles­wig-Hol­stein
  • Kie­ler Volks­bank AG
  • Lions För­der­ver­ein Kiel-Oben e.V.
  • Prof. Dr. Wer­ner Pe­ter­sen-Stif­tung
  • Ro­ta­ry Hilfe Kiel e.V.
  • Schles­wig-Hol­stein Netz AG
  • Stadt­wer­ke Kiel AG
  • Vater Hol­ding GmbH
  • Ver­ein zur För­de­rung aus­län­di­scher Stu­die­ren­der Kiel e.V.

 

 

 

 

 

 

 

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