Eine Person in Schutzkleidung schweißt.© thys­sen­krupp Ma­ri­ne Sys­tems
KI soll künf­tig hel­fen, Feh­ler beim Schwei­ßen zu ver­hin­dern

FH Kiel und tk MS wol­len Klein­se­ri­en­fer­ti­gung mo­bi­ler Was­ser­stoff­spei­cher op­ti­mie­ren

von Frau­ke Schä­fer

Mit­hil­fe künst­li­cher In­tel­li­genz wol­len die Fach­hoch­schu­le (FH) Kiel und die thys­sen­krupp Ma­ri­ne Sys­tems GmbH (tk MS) die wirt­schaft­li­che Klein­se­ri­en­fer­ti­gung mo­bi­ler Was­ser­stoff­spei­cher er­mög­li­chen. Ma­ri­ne Sys­tems nutzt die Was­ser­stoff­spei­cher für den Be­trieb sei­ner U-Boote und fer­tigt sie selbst an. Die KI soll hel­fen, Feh­ler beim Schwei­ßen der Be­häl­ter zu ver­hin­dern und so die Pro­duk­ti­on ef­fi­zi­en­ter und damit wirt­schaft­li­cher zu ma­chen. Um die KI zu trai­nie­ren, ver­wen­den die For­scher*innen der FH Kiel Da­ten­sät­ze aus Pro­duk­ti­on und Qua­li­täts­kon­trol­le. Das For­schungs­pro­jekt wird von der Ge­sell­schaft für En­er­gie und Kli­ma­schutz Schles­wig-Hol­stein (EKSH) mit rund 70.000 Euro ge­för­dert.

Was­ser­stoff gilt als En­er­gie­trä­ger der Zu­kunft. Um die­sen nut­zen zu kön­nen, muss er ef­fi­zi­ent und wirt­schaft­lich ge­spei­chert wer­den. Als be­son­ders si­che­re Me­tho­de haben sich Me­tall­hy­drid-Spei­cher be­währt, Ma­ri­ne Sys­tems ver­baut diese Was­ser­stoff-Spei­cher seit meh­re­ren Jah­ren in sei­nen U-Boo­ten. Das Un­ter­neh­men fer­tigt die Be­häl­ter in einem ei­ge­nen Pro­duk­ti­ons­be­reich. Um ihren wach­sen­den Be­darf de­cken zu kön­nen, möch­te Ma­ri­ne Sys­tems die Fer­ti­gung mit Un­ter­stüt­zung der FH Kiel op­ti­mie­ren. Dabei set­zen die Pro­jekt­part­ner auf Künst­li­che In­tel­li­genz. Sie soll hel­fen, Schweiß­naht­feh­ler wäh­rend der Pro­duk­ti­on zu iden­ti­fi­zie­ren. „Zur­zeit er­ken­nen wir Feh­ler erst in der nach­ge­la­ger­ten Qua­li­täts­prü­fung“, sagt Jonas Neu­stock, Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher von Ma­ri­ne Sys­tems. „Das ist auf­wän­dig und kos­tet Zeit. Eine Feh­ler­prü­fung wäh­rend der Pro­duk­ti­on würde die Kos­ten für die Qua­li­täts­kon­trol­le mi­ni­mie­ren und so die Pro­duk­ti­on op­ti­mie­ren. Au­ßer­dem könn­te eine Au­to­ma­ti­on uns dabei hel­fen, den Fach­kräf­te­man­gel zu kom­pen­sie­ren.“

In den kom­men­den Mo­na­ten ana­ly­siert das Team der FH Kiel die Schwei­ß­pro­zes­se in der Pro­duk­ti­on der Was­ser­stoff-Spei­cher. Dafür zeich­net Ma­ri­ne Sys­tems De­tails über den Schwei­ß­vor­gang auf. Au­ßer­dem nut­zen die For­scher*innen Daten aus der nach­ge­la­ger­ten Qua­li­täts­kon­trol­le. Ziel sei es, ein KI-Mo­dell zu ent­wi­ckeln, das die Qua­li­tät von Schweißnäh­ten an­hand der Schwei­ß­pa­ra­me­ter vor­her­sa­gen kann, er­klärt Pro­jekt­lei­ter Prof. Dr. Alex­an­der Mat­tes: „Schwei­ßen ist ein sehr kom­ple­xer Vor­gang. Bei­spiels­wei­se sind Schweiß­naht, Schwei­ß­ge­schwin­dig­keit oder Gas­durch­fluss und vie­les mehr ent­schei­dend für die Qua­li­tät des Pro­zes­ses.“

Mit den Daten aus Pro­duk­ti­on und Qua­li­täts­kon­trol­le trai­niert das FH-Kiel-Team das KI-Mo­dell und tes­tet es vor Ort, um es zu ver­bes­sern. Im Er­folgs­fall kön­nen die ma­nu­el­len Kon­trol­len auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert wer­den. Au­ßer­dem kön­nen die Pro­jekt­part­ner die Chan­cen und Ri­si­ken für den Ein­satz des KI-Mo­dells in der Se­ri­en­pro­duk­ti­on ab­schät­zen.

„In dem Pro­jekt wer­den For­schungs­the­men wie KI, Fer­ti­gungs­tech­nik und Ma­te­ri­al­wis­sen­schaf­ten trans­dis­zi­pli­när be­trach­tet und be­ar­bei­tet, um für Was­ser­stoff-Spei­cher­tech­no­lo­gi­en im ma­ri­ti­men Be­reich an­ge­wen­det zu wer­den. Die­ses Vor­ha­ben ist ent­schei­dend für den Kom­pe­tenz­auf­bau am Hoch­schul­stand­ort Kiel und för­dert den Trans­fer in Ko­ope­ra­ti­on mit einem Wirt­schafts­part­ner“, so die Was­ser­stoff-Pro­jekt­lei­te­rin der EKSH, Ger­lind Wag­ner-Vogel.

Ein Bild für Ihre Be­richt­erstat­tung im Zu­sam­men­hang mit dem Pro­jekt kön­nen Sie hier her­un­ter­la­den. (Vor­schlag BU: Schwei­ß­op­ti­mie­rung dank Künst­li­cher In­tel­li­genz: KI soll hel­fen Feh­ler beim Schwei­ßen ver­hin­dern. Foto: thys­sen­krupp Ma­ri­ne Sys­tems)

 

 

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