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FH Kiel kickt mit bei Ro­bo­tik WM in Sin­ga­pur

von Frau­ke Schä­fer

Wäh­rend alle Welt ge­bannt die Vor­run­den­spie­le der WM 2010 in Süd­afri­ka ver­folgt, be­rei­ten sich die „Nor­thern Stars" der Fach­hoch­schu­le Kiel auf ein Fuß­ball­tur­nier der etwas an­de­ren Art vor: Vom 19. bis 25 Juni geht es beim dies­jäh­ri­gen Ro­bo­Cup in Sin­ga­pur zwar auch darum, die meis­ten Tore zu er­zie­len, al­ler­dings über­neh­men dort Ro­bo­ter die Rolle der Spie­ler.

Die FH Kiel kickt seit zwei Jah­ren in der so­ge­nann­ten Mixed Rea­li­ty Liga. Hier in­ter­agie­ren reale und vir­tu­el­le Ob­jek­te: Die Spie­ler sind reale, etwa dau­men­gro­ße Ro­bo­ter, Ball und Spiel­feld hin­ge­gen sind vir­tu­ell und wer­den auf einem gro­ßen LCD-Bild­schirm dar­ge­stellt. Über die­ses glä­ser­ne Feld glei­ten die Ro­bo­ter und ver­su­chen, den vir­tu­el­len Ball ins vir­tu­el­le Netz zu be­för­dern. Be­ob­ach­tet von einer über dem Bild­schirm an­ge­brach­ten Ka­me­ra. Sie er­mit­telt die Po­si­tio­nen der Ro­bo­ter und sen­det die Daten an die Steu­er­pro­gram­me. Die Soft­ware be­rech­net die Spiel­zü­ge und di­ri­giert per In­fra­rot­sen­der die Ro­bo­ter auf dem Feld.

„Die Be­schäf­ti­gung mit Ro­bo­tik führt ver­schie­de­ne Be­rei­che in­ner­halb der In­for­ma­tik wie Künst­li­che In­tel­li­genz, Bil­d­er­ken­nung und Soft­ware-En­gi­nee­ring zu­sam­men - und auch über die In­for­ma­tik hin­aus­ge­hen­de, z.B. Me­cha­tro­nik und Elek­tro­tech­nik. Damit spie­gelt sie die Kom­ple­xi­tät heu­ti­ger For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­ga­ben wider", meint Prof. Dr. Jens Lüs­sem vom Fach­be­reich In­for­ma­tik und Elek­tro­tech­nik, der das Pro­jekt an der FH Kiel vor zwei Jah­ren in­iti­iert hatte.
An der Welt­meis­ter­schaft in Sin­ga­pur neh­men noch drei wei­te­re deut­sche Hoch­schul­teams teil. Die Kie­ler „Nor­thern Stars" gehen selbst­be­wusst in den Wett­be­werb: „Wir rech­nen uns gute Chan­cen aus. Bei den Ger­man Open hier an der Fach­hoch­schu­le im Ok­to­ber 2009 haben wir den am­tie­ren­den Welt­meis­ter drei zu null ge­schla­gen und sind Vi­ze­meis­ter ge­wor­den", be­tont Mas­ter­stu­dent Arne Ger­hold.

Hin­ter­grund Ro­bo­Cup

Der Ro­bo­Cup ist eine im Jahr 1995 ge­grün­de­te In­itia­ti­ve, die die For­schung in den Be­rei­chen Künst­li­che In­tel­li­genz und Ro­bo­tik vor­an­trei­ben soll.

Der jähr­lich statt­fin­den­de Wett­be­werb und der par­al­lel dazu ab­ge­hal­te­ne Kon­gress er­mög­li­chen es, Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern, Stu­die­ren­den und Zu­schaue­rin­nen und Zu­schau­ern, sich über die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen der For­schung aus­zu­tau­schen und im Wett­kampf zu mes­sen.

In ver­schie­de­nen Ligen spie­len Ro­bo­ter der un­ter­schied­lichs­ten Art um den Welt­meis­ter­ti­tel: Wäh­rend in den ers­ten Jah­ren die Spie­le noch von klei­nen, kreis­run­den Ma­schi­nen aus­ge­tra­gen wur­den, die sich auf Rä­dern fort­be­weg­ten, tre­ten in­zwi­schen teil­wei­se auch dem Men­schen nach­emp­fun­de­ne Ro­bo­ter auf zwei Bei­nen ge­gen­ein­an­der an.

Wei­te­re Infos und die Er­geb­nis­se unter: http://​robocup2010.​org

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