Ein Stift liegt auf einem Collegeblock.© Pixa­bay
Am An­fang steht das leere Blatt.

Ef­fek­ti­ve Lern­zet­tel er­stel­len - so geht's

von Cam­pus­re­dak­ti­on

Der Blick auf den Ka­len­der lässt die Alarm­glo­cken schril­len: Das Se­mes­ter ist fast um, und die Prü­fun­gen ste­hen vor der Tür. Der Stoff aus den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten muss nun mög­lichst schnell in den Kopf. Lern­zet­tel sind eine be­lieb­te Me­tho­de, doch wie las­sen sich diese ef­fek­tiv ge­stal­ten? Wir haben Euch sechs wich­ti­ge Schrit­te für ef­fek­ti­ve Lern­zet­tel zu­sam­men­ge­stellt.

1. Lern­stoff sam­meln

Bevor Lern­zet­tel er­stellt wer­den kön­nen, müs­sen im ers­ten Schritt alle für die Prü­fung re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen zu­sam­men­ge­tra­gen wer­den. Dabei kann man sich zu­nächst an den Hin­wei­sen des/der Do­zen­ten/in ori­en­tie­ren – oft wird schon im Vor­feld ein Über­blick über wich­ti­ge In­hal­te und Schlüs­sel­be­grif­fe ge­ge­ben. Alle In­hal­te wer­den nun ge­sam­melt: Prä­sen­ta­ti­ons­fo­li­en, Mit­schrif­ten und Li­te­ra­tur. Als Er­gän­zung soll­tet Ihr Euch wei­te­re ex­ter­ne Quel­len dazu holen, wie Fach­bü­cher aus der BiB, E-Books oder Fach­ar­ti­kel aus dem In­ter­net (Wi­ki­pe­dia zählt nicht dazu).

2. Schmier­zet­tel schrei­ben

Noch sitzt Ihr vor einem rie­si­gen Berg an In­for­ma­tio­nen, die wild durch­ein­an­der ge­wür­felt sind. Macht Euch im nächs­ten Schritt daran, einen Ent­wurf oder auch Schmier­zet­tel zu er­stel­len. Dafür wer­den alle Daten, die re­le­vant sind und die Ihr als wich­tig er­ach­tet, zu­sam­men­ge­schrie­ben – egal ob als ganze Sätze oder Stich­punk­te. Bei jeder In­for­ma­ti­on soll­te durch eine zwei­te Quel­le über­prüft wer­den, ob sie kor­rekt ist. Wenn ein In­halt in zwei oder mehr ver­schie­de­nen Quel­len vor­kommt, ist er sehr wahr­schein­lich rich­tig und re­le­vant für das Thema.

3. Struk­tur schaf­fen

So­bald Ihr das Wich­tigs­te her­aus­ge­schrie­ben habt, sucht Euch die Kern­the­men samt Un­ter­ka­te­go­ri­en her­aus und ord­net Eure Stich­punk­te auf dem Schmier­zet­tel da­nach. Das geht am bes­ten über far­bi­ge Mar­kie­run­gen. Nehmt für jede Ka­te­go­rie eine an­de­re Farbe und streicht die da­zu­ge­hö­ri­gen In­hal­te ent­spre­chend an. An­hand die­ser Un­ter­tei­lung könnt Ihr eine klare Struk­tur er­stel­len: Kern­the­men, Un­ter­punk­te und da­zu­ge­hö­ri­ge In­hal­te.

Schaut Euch noch ein­mal die wich­tigs­ten Schwer­punk­te für die Prü­fung an und streicht  alle für das Ver­ständ­nis und die Prü­fung ir­rele­van­ten In­for­ma­tio­nen her­aus. Nie­mand kann den ge­sam­ten Se­mes­ter­stoff in kür­zes­ter Zeit aus­wen­dig ler­nen. Des­halb ist es wich­tig, einen kla­ren Fokus zu set­zen.

4. Lern­zet­tel er­stel­len

Nun be­ginnt der spa­ßi­ge Teil: die Lern­zet­tel er­stel­len! Ar­bei­tet die ein­zel­nen Punk­te Eurer Struk­tur nach ab. Jedes Thema oder sogar jeder Un­ter­punkt kann einen ei­ge­nen Zet­tel be­kom­men, je nach Um­fang der In­for­ma­tio­nen. Denkt daran, dass es dabei nur um Euch geht. IHR sollt die In­hal­te ver­in­ner­li­chen und nie­mand an­de­res. Schreibt die In­hal­te so auf, dass Ihr nach dem ers­ten Lesen ver­steht, worum es geht. Über­legt Euch dabei auch, wie Ihr ein Thema je­mand an­de­rem in Euren ei­ge­nen Wor­ten er­klä­ren wür­det, und ori­en­tiert Euch an die­ser For­mu­lie­rung bei der schrift­li­chen Fas­sung.

5. Nutzt ver­schie­de­ne For­ma­te

Texte über Texte und kein Ende in Sicht – das nimmt auch das letz­te biss­chen Lust am Ler­nen. Über­legt Euch, wel­che In­hal­te an­ders dar­ge­stellt wer­den kön­nen, so­dass sie über­sicht­li­cher und ver­ständ­li­cher wer­den. Dabei könnt Ihr Euch nach Lust und Laune aus­to­ben: Dia­gramm, Ta­bel­le, Zeich­nung oder sogar ein Schau­bild. Ge­stal­tet Eure Lern­zet­tel mög­lichst ab­wechs­lungs­reich. Denn da­durch be­kommt das Ganze mehr Viel­falt und die Zet­tel wir­ken nicht über­frach­tet. Keine Sorge, Ihr müsst kein Pi­cas­so sein. Viele Ab­bil­dun­gen und Zeich­nun­gen fin­det Ihr im In­ter­net, so­dass sie leicht aus­ge­druckt und auf die Lern­zet­tel auf­ge­klebt wer­den kön­nen.

6. Macht’s bunt

Un­ter­schätzt nie die Macht der Vi­sua­li­tät. Ein Thema kann noch so lang­wei­lig sein, es wird in­ter­es­san­ter, wenn es mit den rich­ti­gen Far­ben und Ge­stal­tungs­ele­men­ten auf­ge­peppt wird. Das Prin­zip ist ähn­lich wie beim Essen: Eure Augen „ler­nen“ mit und wol­len er­mu­tigt wer­den, sich die Lern­zet­tel, die da vor Euch lie­gen, auch wirk­lich an­zu­schau­en. Be­nutzt Eure Lieb­lings­far­ben für schwie­ri­ge The­men, mar­kiert Kern­aus­sa­gen mit Si­gnal­far­ben und über­legt Euch für jedes Thema ein ge­stal­te­ri­sches Merk­mal. Das kann bei­spiels­wei­se eine klei­ne Zeich­nung, ein Sti­cker, eine be­son­de­re Schrift­art oder auch nur eine Schrift­far­be sein.

Ein wei­te­rer Vor­teil: Je bun­ter und auf­wen­di­ger Ihr Eure Lern­zet­tel auf­be­rei­tet und je mehr Durch­gän­ge Ihr bei der Zu­sam­men­fas­sung macht, desto mehr ver­in­ner­licht Ihr die In­hal­te be­reits bei der Ge­stal­tung.

© Fach­hoch­schu­le Kiel