Keramisches Kunstwerk von Britta Hansen mit dem Titel Kreuzfahrt © B. Perl­bach
Kreuz­fahrt von Brit­ta Han­sen

Brit­ta Han­sen zu Gast im Bun­ker-D der FH Kiel

von Frau­ke Schä­fer

Sym­pa­thisch sind sie ja nicht ge­ra­de, die bei­den Kreuz­fah­rer: Das Pär­chen, herr­lich über­spitzt als Brat­hühn­chen dar­ge­stellt, schmort in der Sonne. Sie gibt sich ihr lie­gend mit ge­schlos­se­nen Augen hin, er löst ge­lang­weilt Kreuz­wort­rät­sel. Und auch wenn sie ge­mein­sam auf Rei­sen sind, wir­ken sie selt­sam des­in­ter­es­siert an ein­an­der. Beim An­blick eines wei­te­ren Prot­ago­nis­ten der Han­sen­schen Fi­gu­ren­welt regt sich hin­ge­gen bei­na­he ein wenig Mit­leid: Mit aller Kraft und we­hen­dem gel­ben Re­gen­man­tel stemmt sich ein klei­ner Mann fast waa­ge­recht gegen den Wind. Und als wäre das nicht genug der Un­bil­den, zerrt sein bul­li­ger, kurz­bei­ni­ger Hund an der Leine auch noch in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Es sind fein be­ob­ach­te Sze­nen des All­tags wie diese, die Brit­ta Han­sen in ihrer Kunst ver­ar­bei­tet.

Papierskulptur von Britta Hansen im Bunker-D, Mann im Regenmantel©F. Schä­fer
Papierskulptur von Britta Hansen im Bunker-D, Hund der an Leine zieht©F. Schä­fer

22 Ar­bei­ten der ge­bür­ti­gen Flens­bur­ge­rin sind von heute (9. No­vem­ber 2023) an im Bun­ker-D der FH Kiel zu sehen. Mit einer Ein­füh­rung der Kunst­his­to­ri­ke­rin Prof. Dr. Bet­ti­na Köh­ler wird die Aus­stel­lung „Ganz klar!“ um 18 Uhr er­öff­net. Unter den Ar­bei­ten sind Fi­gu­ren aus Pa­pier sowie klei­ne­re plas­ti­sche All­tagsze­na­ri­en aus Ke­ra­mik. Nicht nur im Wort­sinn sind die Han­sen­schen Ka­cheln Ein­drü­cke in Ton. 1992 hat Han­sen Ke­ra­mik für sich ent­deckt: „Schon da­mals haben mich All­tags­si­tua­tio­nen von Men­schen fas­zi­niert und ich habe sie auf das Me­di­um ‚Ka­chel‘ ge­bannt. Die Ar­beit mit und in Ton er­mög­licht mir, so­wohl plas­tisch, gra­fisch und ma­le­risch zu ar­bei­ten. Au­ßer­dem ist die ke­ra­mi­sche Ka­chel ein all­täg­li­ches Ma­te­ri­al, das jeder tag­täg­lich in Ge­brauch hat. Ke­ra­mik ist fast un­end­lich halt­bar. Der Scher­ben dient dem Ar­chäo­lo­gen als dau­er­haf­ter Nach­weis für mensch­li­ches Da­sein und Han­deln. Im Ma­te­ri­al -Ton- wird der be­ob­ach­te­te Mo­ment fest­ge­hal­ten, wenn Sie so wol­len: ein­ge­brannt.“

Die Aus­stel­lung „Ganz klar!“ von Brit­ta Han­sen in der Ga­le­rie Bun­ker-D ist bis zum 20. De­zem­ber, mon­tags bis frei­tags von 10-14 Uhr und mitt­wochs von 10-20 Uhr zu sehen.


In­for­ma­tio­nen zur Künst­le­rin

Brit­ta Han­sen ist 1960 in Flens­burg ge­bo­ren. Sie hat an der Muthe­si­us Hoch­schu­le für Ge­stal­tung und der Chris­ti­an-Al­brecht-Uni­ver­si­tät stu­diert. Sowie an der Ecole mu­nici­pa­le des arts dé­co­ra­tifs in Stras­bourg (Frank­reich).

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen über die Künst­le­rin und ihre Ar­beit unter: https://​www.​britta-​hansen.​de/

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