Gruppenfoto starboard visuals© L. Go­lom­biew­ski | Star­board Vi­su­als
Star­board Vi­su­als (v.l.n.r.): Malte Al­per­mann, Jan­nes Vol­lert, Lo­renz Go­lom­biew­ski, Lenn­art Haye (ehe­ma­lig) und Alex­an­der Tonn.

Aus Lei­den­schaft zur ei­ge­nen Firma

von Felix Klein

Star­board Vi­su­als, das sind Alex­an­der Tonn, Jan­nes Vol­lert, Malte Al­per­mann und Lo­renz Go­lom­biew­ski. Zu­sam­men lei­ten die jun­gen Grün­der ihre ei­ge­ne Film­pro­duk­ti­on. Meis­tens dre­hen sie Image- und Wer­be­fil­me, haben auch Er­fah­run­gen mit Ani­ma­ti­on und Fik­ti­on. „Wir sind drei Ka­me­ra­män­ner und ein Arsch­tre­ter“, sagt Tonn amü­siert. Die An­de­ren müs­sen la­chen. Mit „Arsch­tre­ter“ meint er den Pro­duk­ti­ons­lei­ter, Go­lom­biew­ski. Zu stö­ren scheint ihn das nicht, die Stim­mung zwi­schen den Vie­ren ist gut. Spaß bei­sei­te: „Feste Auf­ga­ben wer­den vorm je­wei­li­gen Dreh ver­teilt. Das ist ein ech­ter Vor­teil, wenn man in fle­xi­blen Teams ar­bei­ten kann“, be­tont Tonn.

Dass das funk­tio­niert, be­merk­ten sie wäh­rend ihres Stu­di­ums an der FH Kiel. Im Stu­di­en­gang Mul­ti­me­dia Pro­duc­tion lern­ten sie sich ken­nen, als sie zu­sam­men einen Kurz­film dre­hen muss­ten. Al­ler­dings war Lo­renz Go­lom­biew­ski noch nicht Teil des Teams, dafür Lenn­art Haye. „Da haben wir zu­sam­men­ge­fun­den, fan­den uns ganz nett“, sagt Al­per­mann. „Wir hat­ten die Auf­ga­be, den Do­zie­ren­den un­se­re Idee für den Kurz­film vor­stel­len. Dafür haben wir eine fik­ti­ve Pro­duk­ti­ons­fir­ma ge­grün­det“, er­zählt Tonn. „Dabei sind wir auf den Namen Star­board Vi­su­als ge­kom­men. Auch das ak­tu­el­le Fir­men­lo­go haben wir in die­sem Zuge be­reits de­signt“ Name und Logo über­zeug­ten und blie­ben bis heute un­ver­än­dert.

Die Ent­schei­dung zur Grün­dung be­schreibt Al­per­mann als Teil eines Pro­zes­ses: „Die­ses Ziel und die Um­set­zung haben sich auf un­se­rem ge­mein­sa­men Weg so er­ge­ben.“ Nach dem Kurz­film ar­bei­te­te die Grup­pe ver­mehrt auf Emp­feh­lung. Sie dreh­ten erste Filme für die freie Wirt­schaft und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen. Aus die­ser Si­tua­ti­on ging die ei­ge­ne Pro­duk­ti­ons­fir­ma her­vor. Als Star­board Vi­su­als trat die Grup­pe erst­mals 2021 auf. Das war wäh­rend Hotel Garchnitz, einer 35-mi­nü­ti­ger Pi­lot­fol­ge für eine Se­ri­en­idee. Net­flix würde den Film wahr­schein­lich in die Ka­te­go­rie Myste­ry lis­ten: Ein altes Hotel? Check! Zwie­lich­ti­ge Ge­stal­ten? Check! Ein ver­schwun­de­ner Vater? Check! In die Pi­lot­fol­ge steck­ten die jun­gen Grün­der all ihr Herz­blut: Sie mö­blier­ten eine leer­ste­hen­de Woh­nung, schrie­ben Brie­fe an ge­nerv­te Mie­ter und such­ten Schau­spie­ler*innen. Ob es eine wei­te­re Folge geben wird, ist un­ge­wiss.

Mann auf Sofa©Star­board Vi­su­als
Screen­shot aus der Pi­lot­fol­ge von Hotel Garchnitz.

Im April 2023 stieg Lo­renz Go­lom­biew­ski als Ge­sell­schaf­ter in die Firma mit ein, und Lenn­art Haye ver­ließ sie. Er stu­diert jetzt Regie in Dort­mund. Mit der ei­ge­nen Firma wuch­sen auch die An­sprü­che: „Da­mals gab es diese Fall­hö­he nicht. Jetzt müs­sen wir ab­lie­fern“, sagt Go­lom­biew­ski. Au­ßer­dem müsse man sich mit an­de­ren Din­gen, neben der Pro­duk­ti­on aus­ein­an­der­set­zen. Dazu ge­hö­ren Ak­qui­se, Buch­hal­tung und Kun­den­kon­takt. Die Lust auf die Ar­beit be­stehe trotz neuer An­for­de­run­gen wei­ter­hin: „Wenn wir einen Auf­trag haben, und wir ma­chen die Kon­zep­ti­on dafür – das ist das, was rich­tig Spaß macht.“  

Für all die­je­ni­gen, die mit dem Ge­dan­ken spie­len, sich selb­stän­dig zu ma­chen, hat Alex­an­der Tonn noch einen Tipp: „Ich glau­be, man braucht viel nai­ven Op­ti­mis­mus. Auch wenn es mal schlecht läuft, muss man daran glau­ben, es hin­zu­be­kom­men. Von schlech­ten Zei­ten soll­te man sich nicht klein­krie­gen las­sen.“

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