Me­di­en­dom 4.0

Die Fach­hoch­schu­le Kiel (FH Kiel) ver­fügt durch das Zen­trum für Kul­tur- und Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on (ZKW) und den Fach­be­reich Me­di­en (FB M) über Schwer­punkt­kom­pe­ten­zen im Be­reich im­mer­si­ver Me­di­en. Das ZKW be­treibt unter an­de­rem den Me­di­en­dom, der im Jahr 2003 die erste Full­do­me-Ein­rich­tung die­ser Art in Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pa war.

Am Me­di­en­dom wur­den seit­dem immer wie­der Mei­len­stei­ne in der Ent­wick­lung im­mer­si­ver Kup­pel­me­di­en ge­setzt. Pro­duk­tio­nen aus Kiel wur­den in 18 Spra­chen über­setzt und welt­weit in über 100 Kup­peln auf­ge­führt. Sie wur­den mit in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­ten Prei­sen aus­ge­zeich­net (z.B. red dot com­mu­ni­ca­ti­on award (2), if com­mu­ni­ca­ti­on award (2), De­sign­preis Deutsch­land (2), Deut­scher De­si­gner Club („gold“), UNESCO-Sigel „Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ für die Pro­duk­ti­on „Lars Eis­bär“, ers­ter Platz in der Ka­te­go­rie "Full­do­me-Musik-Show" für „Syn­code 360 beim ers­ten rus­si­schen Full­do­me-Fes­ti­val in Ya­ros­la­vl).

Tech­no­lo­gisch ist der Me­di­en­dom in sei­ner Größe eine der in­no­va­tivs­ten Me­di­en­kup­peln welt­weit. Die­ses fußt neben der hohen Qua­li­tät der tech­ni­schen Aus­stat­tung auf der haus­ei­ge­nen Ent­wick­lungs­kom­pe­tenz. So wurde die Me­di­en­an­steue­rung der Kup­pel­sys­te­me vor Ort ent­wi­ckelt und er­laubt je nach For­schungs­an­satz fle­xi­ble Lö­sun­gen. Als Beta-Tes­ter für die Pro­jek­ti­ons­soft­ware „Di­gi­star“ sind die Ent­wick­ler des Me­di­en­doms in einem in­ten­si­ven Er­fah­rungs­aus­tausch mit dem Her­stel­ler Evans & Suther­land in Salt Lake City. Die 3D-Audio-An­la­ge na­mens „Spa­ti­al Sound­wave“ wurde vom Frau­en­ho­fer-In­sti­tut für Di­gi­ta­le Me­di­en­tech­no­lo­gie (IDMT) in Il­men­au ent­wi­ckelt und wird vom ZKW in Ko­ope­ra­ti­on mit dem IDMT in der Kup­pel­di­men­si­on er­schlos­sen.

Der Me­di­en­dom be­tei­ligt sich als Part­ner am Kie­ler Sci­ence Ou­tre­ach Cam­pus (KiSOC) der Leib­niz-Ge­mein­schaft. Im Rah­men eines Pro­mo­ti­ons­vor­ha­bens wird die Wirk­sam­keit im­mer­si­ver Me­di­en im Ver­gleich zu kon­ven­tio­nel­len Lehr- und Lern­for­ma­ten eva­lu­iert. Die päd­ago­gi­sche und Me­tho­den­kom­pe­tenz bringt das Leib­niz-In­sti­tut für die Päd­ago­gik der Na­tur­wis­sen­schaf­ten und Ma­the­ma­tik (IPN) ein. In­halt­lich ist das Pro­jekt im Um­feld der Na­no­tech­no­lo­gie­for­schung an­ge­sie­delt. Die fach­wis­sen­schaft­li­che Ak­tua­li­tät und Re­le­vanz si­chert das In­sti­tut für Ma­te­ri­al­wis­sen­schaft der Tech­ni­schen Fa­kul­tät der Chris­ti­an-Al­brechts-Un­ver­si­tät zu Kiel.

Die hoch­schul­über­grei­fen­de Zu­sam­men­ar­beit ist eine er­prob­te Kern­kom­pe­tenz des ZKW. Die Pro­duk­ti­on „Lars Eis­bär“ er­folg­te z.B. in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Ex­zel­lenz­clus­ter „Ozean der Zu­kunft“. Im „Jule Verne Jahr“ in­iti­ier­te und or­ga­ni­sier­te das ZKW eine Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen der Kin­der- und Schü­ler­uni, dem Ex­zel­lenz­clus­ter „Ozean der Zu­kunft“ der CAU Kiel, dem Geo­lo­gi­sches & Mi­ne­ra­lo­gi­sches Mu­se­um der CAU Kiel, der Kie­ler For­schungs­werk­statt der CAU Kiel, des In­sti­tut Français Kiel. Im Falle von KiSOC hat die Zu­sam­men­ar­beit wis­sen­schaft­li­che Re­le­vanz und bun­des­weit Al­lein­stel­lungs­cha­rak­ter, ver­netzt zu­gleich neue Ak­teu­re am Hoch­schul­stand­ort Kiel.

Ein wei­te­rer Part­ner im Sci­ence Ou­tre­ach ist das GEO­MAR Helm­holtz-Zen­trum für Ozean­for­schung Kiel. Zum Jahr der Meere und Ozea­ne wird ein Me­di­en­pool mit dem Titel „Su­per­hel­den der Tief­see“ rea­li­siert. Der Le­bens­raum „Tief­see“ wird mit un­ter­schied­li­chen 360° Me­di­en, wie dem 360° On­line-Video und dem fi­na­len 360° Pro­jek­ti­ons­kup­pel­vi­deo er­fahr­bar ge­macht. Über 30 Pla­ne­ta­ri­en in Deutsch­land sind an der Auf­füh­rung des Kurz­fil­mes in­ter­es­siert.

Der FB M der FH Kiel hat den For­schungs­schwer­punkt „Im­mer­si­on“ ent­wi­ckelt. Er wird z.B. in der Lehre und For­schung im „im­mer­si­ven Labor“, in wis­sen­schaft­li­chen Fach­ta­gun­gen und der Her­aus­ga­be des „Jahr­bu­ches im­mer­si­ver Me­di­en“ sicht­bar. Pro­jekt- und Ab­schluss­ar­bei­ten der Stu­di­en­gän­ge Mul­ti­me­dia Pro­duc­tion (BA) und Me­di­en­kon­zep­ti­on (MA) flie­ßen in Ent­wick­lungs- und For­schungs­vor­ha­ben ein und haben eben­falls in­ter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit er­reicht. Bei­spiels­wei­se ge­wan­nen die Stu­die­ren­den Fa­bi­an Schra­der, Jan Fi­gu­ra, Ruben Wün­sche und León Ko­b­zik, Stu­den­ten im Jahr 2015 den ers­ten Preis des Awards der in­ter­na­tio­na­len Di­gi­star-User­grup­pe mit ihrem 360-Grad-Com­pu­ter­spiel „Xur“.

Bis­lang waren im­mer­si­ve Kup­pel­pro­jek­tio­nen orts­ge­bun­den. Die Nut­zung von VR-Bril­len macht 360°-An­wen­dun­gen für brei­te Adres­sa­ten­krei­se zu­gäng­lich. Dies wird z.B. in der Pro­duk­ti­on „Uhr­werk Ozean“ des Helm­holz-Zen­trums Geest­hacht deut­lich. Als Auf­füh­rungs­stät­te hat das dor­ti­ge In­sti­tut für Küs­ten­for­schung eine wet­ter­fes­te, mo­bi­le Kup­pel von 9 m Durch­mes­ser und eine klei­ne­re In­door-Aus­füh­rung für den Pu­blic Ou­tre­ach an­ge­schafft. Par­al­lel aber wurde „Uhr­werk Ozean“ auch im Web für 3D-Bril­len zu­gäng­lich ge­macht und er­reich­te da­durch auch geo­gra­phisch ge­se­hen eine neue Form der Brei­ten­wir­kung. Das ZKW hat die Pro­duk­ti­on von „Uhr­werk Ozean“ un­ter­stüt­zend be­glei­tet und ist dank sei­ner Aus­stat­tung im in­ter­na­tio­na­len Qua­li­täts­wett­be­werb die Pre­mi­um-Auf­füh­rungs­stät­te.

Die Ver­schmel­zung kom­ple­xer Wel­ten aus der Soft­ware der Spie­le­an­wen­dun­gen und der Pro­dukt­li­ni­en bis­he­ri­ger Bild­ge­ne­ra­to­ren steht un­mit­tel­bar bevor. Die Echt­zeit­fä­hig­keit der neuen Soft­ware­lö­sun­gen und schnel­le­re Pro­zess­ab­läu­fe, di­rekt auf den Gra­fik­kar­ten der Com­pu­ter­an­la­gen, wer­den auf­wän­di­ge Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se ver­kür­zen und di­rek­te, kom­ple­xe In­ter­ak­ti­on er­mög­li­chen. Auf die­ser Basis wird auch die im­mer­si­ve Vi­sua­li­sie­rung wis­sen­schaft­li­cher Daten an Be­deu­tung ge­win­nen. In der Live-Zu­schal­tung zur „Wis­sen­schaft vor Ort“ wird eine neue Nähe zur ak­tu­el­len For­schung unter Ein­bin­dung si­mul­ta­ner Da­ten­vi­sua­li­sie­rung mög­lich wer­den.

Die Nut­zung von VR-Bril­len löst im­mer­si­ve 360°-An­wen­dun­gen aus der Orts­ge­bun­den­heit von Pla­ne­ta­ri­ums­kup­peln. Diese bil­den aber eine hoch­wer­ti­ge In­fra­struk­tur im High-End-Port­fo­lio der me­dia­len Ver­mitt­lung. Die per­sön­li­che Prä­senz des Er­leb­nis­ses in einer Kup­pel steht im Kon­trast zum Ver­lust an Kör­per­lich­keit, die mit der Nut­zung der VR-Bril­le ein­her­geht. Di­rek­te, per­sön­li­che Mensch-zu-Mensch-In­ter­ak­ti­on und das Grup­pen­er­leb­nis wer­den daher Al­lein­stel­lungs­merk­mal des „Sci­ence-Dome“ blei­ben.

Der Me­di­en­dom stellt sich den Quan­ten­sprün­gen der VR-Wel­ten und der In­ter­ak­ti­vi­tät in der neuen Ära Me­di­en­dom 4.0. Auf der Basis lang­jäh­ri­ger Er­fah­rung, um­fas­sen­der Kom­pe­ten­zen und ge­wach­se­ner, in­ter­na­tio­na­ler Netz­wer­ke sieht sich die FH Kiel als grö­ß­te Fach­hoch­schu­le Schles­wig-Hol­steins für die neuen Her­aus­for­de­run­gen bes­tens auf­ge­stellt und ent­wi­ckelt wei­te­re Part­ner­schaf­ten, um Lehre, For­schung und Tech­no­lo­gie­trans­fer im Be­reich im­mer­si­ver Me­di­en zu ent­wi­ckeln.