San­tan­der So­ci­al Media

Eras­mus So­ci­al Media Am­bassa­dor SoSe 22

Tim Leh­mann

BA BWL, stu­diert ein Se­mes­ter an der Uni­ver­si­dad de Cantabria

Adios!
Am Don­ners­tag hat Tim mit der letz­ten Klau­sur sein Aus­lands­se­mes­ter an der Uni­ver­si­dad de Cantabria er­folg­reich ab­ge­schlos­sen.  Das halbe Jahr war eine auf­re­gen­de und sehr ab­wechs­lungs­rei­che Zeit: Viele neue Be­kannt- und Freund­schaf­ten, eine in­ten­si­ve Stu­di­en­zeit und Er­in­ne­run­gen fürs Leben. Jetzt wird sich auf die Rück­kehr nach Kiel vor­be­rei­tet und alle not­wen­di­gen Do­ku­men­te des Ab­schlus­ses wer­den ab­ge­wi­ckelt. Mit die­sen High­lights und fri­schem Mind­set geht es nach Hause.

Fast ge­schafft. In der kom­men­den Woche war­ten noch 2 wei­te­re Klau­su­ren auf Tim.  Dafür kann man gut die Bi­blio­thek nut­zen und sich mit allem, was man be­nö­tigt aus­brei­ten.
Wenn dann alle 5 Fä­cher mit Haus­ar­beit, Grup­pen­pro­jekt, Prä­sen­ta­ti­on und Klau­sur be­en­det sind, wird es nächs­te Woche den letz­ten „Ab­schieds­post“ aus San­tan­der geben.

Die­ser Post ist etwas un­spek­ta­ku­lär, aber nicht we­ni­ger in­ter­es­sant für jeden, der auch im Aus­land stu­die­ren möch­te…
Neben 5 Haus­ar­bei­ten, 5 Grup­pen­ar­bei­ten, 5 Mid-Terms und 5 den Ab­schluss­klau­su­ren muss Tim näm­lich zum 1.6. um­zie­hen, da seine Woh­nung ab Som­mer als Airb­nb ver­mie­tet wird.
Daher heißt es ge­ra­de mit­ten in der Klau­su­ren­pha­se: Or­ga­ni­sa­ti­on (so sieht das erste Bild viel­leicht nicht ge­ra­de aus).
Für Tim endet das Se­mes­ter Mitte Juni mit den letz­ten Prü­fun­gen. Aber jetzt muss noch ge­packt und ge­lernt wer­den…

Es gibt doch nichts schö­ne­res, als einen Son­nen­un­ter­gang über dem Meer. Die Tage wer­den jetzt län­ger und wär­mer und da bie­tet der Leucht­turm am nörd­lichs­ten Zip­fel von San­tan­der eine atem­be­rau­ben­de Lo­ca­ti­on mit Fel­sen, Rasen und einem frei­en Blick auf den At­lan­tik. Zu­rück­leh­nen und ge­nie­ßen

Pin­chos!
Spa­ni­en ist be­kannt für klei­ne Häpp­chen, Tapas und simp­le Ge­rich­te. „El Pin­cho“ be­deu­tet so viel wie „der Spieß“ und meint eine klei­ne Mahl­zeit, die hier in den Re­stau­rants, Bars und Knei­pen in aller Viel­falt und Krea­ti­vi­tät an­ge­bo­ten wird - dabei aber immer sehr sim­pel.
Es ist ein Stück Brot (meis­tens wei­ßes Ba­guette), auf dem ver­schie­de­ne Krea­tio­nen prä­pa­riert und teils von einem Zahn­sto­cher zu­sam­men­ge­hal­ten wer­den. Vor allem be­liebt ist Ei, Fleisch, Fisch und Ge­mü­se. Sie lie­gen sehr an­spre­chend auf der Bar­the­ke aus und sind preis­lich über­schau­bar, je nach Größe und Zu­ta­ten zwi­schen 1,50€ und 3,00€. Dazu ein Ape­ri­tif, ein Glas Wein oder Bier und man ist glück­lich.

Die rund 100km ent­fern­te Stadt Bil­bao ist immer eine Reise wert und mit den öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln hier güns­tig und re­gel­mä­ßig zu er­rei­chen. Ich habe mir ver­gan­ge­nen Sams­tag das Fuß­ball­spiel zwi­schen Ath­le­tic Bil­bao und At­lé­ti­co Ma­drid an­ge­se­hen und war von der At­mo­sphä­re, dem Sta­di­on und dem Heim­sieg mehr als be­geis­tert.
Die spa­ni­schen Fans sind mit den Deut­schen nicht zu ver­glei­chen!

Ca. 45 Mi­nu­ten fährt man von San­tan­der die Küste mit dem Bus ent­lang, um in eine ge­bir­gi­ge Land­schaft Kantabri­ens zu ge­lan­gen - Über 450m hohe Berge, die sehr fel­sig sind und an eine Mond­land­schaft er­in­nern. Der Auf­stieg auf den Berg, den wir uns aus­ge­sucht haben, dau­er­te etwa 2 Stun­den und wahr ganz schön schwei­ß­trei­bend. Aber wie immer be­lohnt die Aus­sicht! Eine mys­ti­sche At­mo­s­phe­re mit Nebel und Gä­ne­se­gei­ern, die eine Spann­wei­te von weit über 2,50m er­rei­chen kön­nen.
Und selbst ganz oben auf dem Berg wach­sen Bäume und der Boden ist frucht­bar genug, um viel Grün in die Stein­ge­gend zu brin­gen.
Ich freue mich schon auf den nächs­ten sport­li­chen Aus­flug in der Natur Nord­spa­ni­ens!

Dass der spa­ni­sche Nor­den sehr viel­sei­tig ist, habe ich ja schon oft er­wähnt und ge­zeigt. Ge­mein­sam mit mei­ner Freun­din, die mich über Os­tern be­sucht hat, habe ich viel un­ter­nom­men. Unter an­de­rem haben wir eine be­ein­dru­cken­de Wan­de­rung durch den grüns­ten Wald ge­macht, den ich je­mals ge­se­hen habe.
Das Ende der Tour, die in einem klei­nen Ort mit 104 Ein­woh­ner*Innen und einem Mi­che­lin Ster­ne-Re­stau­rant be­gann, war ein wun­der­schö­ner Was­ser­fall.
Die Bil­der spre­chen für sich - Kantabri­en ist grün!

Os­tern in San­tan­der.
Wie man sehen kann, wird das re­li­giö­se Fest hier sehr ernst und tra­di­tio­nell wahr­ge­nom­men. Die Men­schen sam­meln sich auf der Stra­ße und be­ob­ach­ten die zahl­rei­chen Kreuz­zü­ge.
Da Spa­ni­en ein sehr ka­tho­lisch ge­präg­tes Land ist und auch Kantabri­en als Re­gi­on eine star­ke re­li­giö­se Aus­prä­gung hat, wird in der Kar­wo­che (Se­ma­na Santa) das Lei­den, der Tod und die Auf­er­ste­hung Chris­ti ge­fei­ert. Es wird auch als Pro­zes­si­on be­schrie­ben, hier­bei tra­gen die star­ken Män­ner die Sta­tue aus einer Kir­che durch die ge­sam­te Stadt und wer­den von Trom­meln und einem Marsch in Kos­tü­men be­glei­tet. Das mag für den einen oder an­de­ren ein wenig fremd und ver­stö­rend wir­ken, zeigt aber ein­mal mehr die Tra­di­ti­on und Kul­tur die­ses Lan­des.

Somo - Eine 30min Fähr­fahrt führt zu einer vor­ge­la­ger­ten Klein­stadt, die man sich wie eine Halb­in­sel vor­stel­len kann. Be­kannt durch den Strand, der sich über meh­re­re Ki­lo­me­ter er­streckt und ein wah­res Surf­pa­ra­dies ist.
Für knapp 5€ kommt man aus San­tan­der hin und zu­rück und kann sich so für über­schau­ba­res Geld einen tol­len Strand­tag ma­chen, die Surf­schu­le Es­cue­la Cantabra de Surf wurde üb­ri­gens 1991 von David „Capi“ Gar­cia ge­grün­det, einer ech­ten Le­gen­de. Er hat be­reits die spa­ni­sche und kantabri­sche Meis­ter­schaft ge­won­nen und ist ein in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ter Sport­ler.
Somo er­in­nert an die West­frank­reich, die dä­ni­sche Nord­see oder auch Sylt.

Das Wet­ter der ver­gan­ge­nen Tage wurde ge­nutzt: Ge­mein­sam mit zahl­rei­chen an­de­ren Eras­mus Stu­die­ren­den und Lo­cals haben wir uns am Sonn­tag zum Vol­ley­ball am Strand ver­ab­re­det und den gan­zen Tag im Tur­nier­mo­dus ver­bracht. Dabei ging es na­tür­lich um Spaß, aber der sport­li­che Ehr­geiz war stets spür­bar und es kam tat­säch­lich ein rich­tig gutes Team­play zu­stan­de! Wir hat­ten auf jeden Fall stau­nen­des Pu­bli­kum! Bei einer Ab­küh­lung im immer noch sehr fri­schen Meer und an­schlie­ßen­dem Kalt­ge­tränk wurde die Woche er­folg­reich be­en­det. Gerne wie­der!
Die­ses Wo­chen­en­de ist es auch son­nig aber etwas küh­ler…

Ein High­light der letz­ten Woche war das Fuß­ball Heim­spiel von Ra­cing San­tan­der. Die Nord­spa­nier spie­len in der 3. Liga des Lan­des und ver­fü­gen über ein aus­ge­zeich­ne­tes Sta­di­on di­rekt am Strand, in dem 22.222 Fans Platz fin­den.
Bei bes­tem Wet­ter ge­lang es der Heim­mann­schaft in der 94. Mi­nu­te di­rekt vor Ab­pfiff, das Spiel gegen die Gäste aus Za­mo­ra mit 2:1 für sich zu ent­schei­den. Die Stim­mung war un­be­schreib­lich.
Da ein Ti­cket mit 10€ sehr er­schwing­lich ist, war es si­cher­lich nicht das letz­te Mal, dass ich Ra­cing San­tan­der un­ter­stützt habe.

Das tiefe Blau des Mee­res, das Grün der Berge und die ech­ten Far­ben der na­tur­be­las­se­nen Klip­pen­land­schaft sind die für mich prä­gen­den Ei­gen­schaf­ten von Kantabri­ens Küste in Nord­spa­ni­en.
Immer wie­der ein Grund für mich, ein paar Mo­ti­ve mit der Ka­me­ra fest­zu­hal­ten

Der At­lan­tik hat hier mo­men­tan ca. 13 Grad und lädt durch Swell und Wind zum Sur­fen ein. Davon habe ich eben­falls schon viel Ge­brauch ge­macht. Aber in die­sem Post soll es viel­mehr um die Schön­heit des Mee­res gehen, als um den Brett­sport. Ich finde es ab­so­lut ge­wal­tig zu sehen, was Mut­ter Natur di­rekt vor der Haus­tür zu bie­ten hat. Zum Wo­chen­en­de gibt es ei­ni­ge Fotos von einem der 4 Ele­men­te in Be­we­gung: Was­ser.

San­tan­der zeich­net sich, wie viele Städ­te des Lan­des, durch einen sehr hü­ge­li­gen und ter­ras­sen­för­mi­gen Auf­bau aus. Das sorgt dafür, dass man im All­tag viele Hö­hen­me­ter macht, um von A nach B zu kom­men und daher ist ein Fahr­rad bei­spiels­wei­se nicht Rad-sam!
Es bie­tet sich also an, viel zu Fuß zu gehen, das ist ge­sund, macht Spaß und er­gibt auf­grund der über­schau­ba­ren Stadt auch ein­fach Sinn. Na­tür­lich gibt es Busse, eine Metro oder U-/S-Bahn ist keine Op­ti­on. Ge­ra­de an der Pro­me­na­de sieht man viele Läu­fer, Rad­fah­rer oder al­ter­na­ti­ve Fort­be­we­gungs­mit­tel wie Skate­boards oder In­li­ner.
Die Stadt ist teil­wei­se so steil, dass man sich da­mals etwas Cle­ve­res über­legt hat: Roll­trep­pen. Mit­ten in der Stadt gibt es also immer wie­der Bah­nen wie man sie vom Flug­ha­fen kennt, die den Men­schen, ins­be­son­de­re der äl­te­ren Ge­ne­ra­ti­on, das Leben er­leich­tern - Ganz schön smart!
Mein Weg zur Uni ist in 10 Mi­nu­ten zu Fuß er­le­digt und wird am Ende mit einer schö­nen Aus­sicht über die Stadt bis zum Meer und den Ber­gen be­lohnt! Fit blei­be ich also auch und habe hof­fent­lich nach dem Se­mes­ter Ober­schen­kel, wie Rum­me­nig­ge zu sei­nen bes­ten Zei­ten.

Wie letz­te Woche an­ge­kün­digt geht es nun um mein Stu­di­um und die Uni­ver­si­dad de Cantabria. Es sind über alle Fach­be­rei­che ca. 12.000 Stu­die­ren­de vor Ort, dar­un­ter be­fin­den sich jedes Se­mes­ter auch zahl­rei­che, die ihr Aus­lands­se­mes­ter hier ver­brin­gen - und das mit guten Grün­den!
Mir ge­fällt vor allem das pra­xis­ori­en­tier­te, of­fe­ne und in­ter­ak­ti­ve Leh­ren & Ler­nen. Die Mo­du­le, die ich be­le­ge, sind in einem schu­li­schen An­satz kon­zi­piert und dar­auf aus­ge­legt, dass zwi­schen den in­ter­na­tio­na­len Stu­die­ren­den (ich glau­be ich habe ins­ge­samt 21 ver­schie­de­ne Län­der ge­zählt ) ein reger Aus­tausch ent­steht. Es wird also ein Au­gen­merk auf münd­li­che Mit­ar­beit, Grup­pen­ar­bei­ten, Haus­auf­ga­ben, Es­says und Text­ab­ga­ben und na­tür­lich Klau­su­ren oder Tests ge­legt, so­dass die in­di­vi­du­el­le Be­wer­tung auf meh­re­re Schul­tern ver­teilt wird, was mir sehr gut ge­fällt!
Hier­mit be­kommt ihr ein paar Ein­bli­cke in die Uni von außen und mit ihren Räum­lich­kei­ten, so­dass man sich alles ein biss­chen bes­ser vor­stel­len kann.
Ich bin be­reits voll im Stu­di­en­all­tag an­ge­kom­men und par­ti­zi­pie­re mo­ti­viert in mei­nen Kur­sen, wel­che eng­lisch- und spa­nisch­spra­chig sind.

Ich bin seit mei­ner An­kunft vor 2 Wo­chen von der früh­lings­haf­ten Stadt be­reits warm (16 Grad) emp­fan­gen wor­den und fühle mich schon jetzt total wohl. Meine zen­tra­le 3er WG, die 5 Mo­du­le an der Uni und auch das Um­feld las­sen aber auch nichts an­de­res zu, als sich auf die kom­men­de Zeit zu freu­en.
Die ers­ten Ein­drü­cke sind ein wil­der Mix aus allem: Sonne, Wel­len, Sea­food, Ar­chi­tek­tur... Nächs­te Woche geht es kon­kre­ter um die Uni­ver­si­tät und mein Stu­di­um mit Prä­senz­un­ter­richt.

Hola aus Kantabri­en, ge­nau­er: San­tan­der.
Die nord­spa­ni­sche Ha­fen­stadt liegt mit knapp 170.000 Ein­woh­ner*Innen di­rekt am At­lan­tik. Ich mache hier an der Uni­ver­si­dad de Cantabria am wirt­schaft­lich-in­ter­na­tio­na­len Cam­pus mein Aus­lands­se­mes­ter und lasse Euch mit mei­nen Ein­drü­cken am all­täg­li­chen Leben teil­ha­ben. Dazu sol­len na­tür­lich die Uni, Men­schen&Kul­tur, Essen&Trin­ken, die viel­sei­ti­ge Natur und auch die Frei­zeit ge­hö­ren!