Vor­ge­schich­te

Wie von al­lei­ne er­ho­ben sich seit 1976 sechs geo­me­tri­sche For­men aus dem Boden des Ge­län­des des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Schles­wig-Hol­stein (UKSH). Die aus drei- bis acht­ecki­gen Sei­ten­flä­chen be­stehen­den For­men aus Edel­stahl sym­bo­li­sie­ren durch die auf­ein­an­der auf­bau­en­den, fol­gen­den For­men eine auf­stei­gen­de Boje aus Kiels Un­ter­grund. Ent­wi­ckelt wur­den die geo­me­tri­schen Kör­per von dem bil­de­nen Künst­ler K-L Schmal­tz.

Durch ge­plan­te Um­bau­maß­nah­men am Uni­kli­ni­kum Kiel waren die sechs raum­grei­fen­den Bojen ge­zwun­gen, von ihrem jah­re­lan­gen Stand­ort zu wei­chen. Der neue Bau­plan für das Kli­ni­kums­ge­län­de sah einen For­schungs­neu­bau der Chris­ti­an-Al­brechts-Uni­ver­si­tät zu Kiel vor, um neue, zen­tra­li­sier­te For­schungs- und Lehr­flä­chen der Me­di­zin zu schaf­fen. Genau in die­sem Bau­feld lagen die Bojen und muss­ten daher ihren Platz an der Haupt­fu­ß­gän­ger­ach­se ver­las­sen.

Dass die "STRAS­SEN­BO­JE" auf dem Kli­ni­kums­ge­län­de der Uni­ver­si­tät Kiel in­stal­liert wer­den soll, wurde be­reits 1973 ent­schie­den. In die­sem Jahr ge­wann K-L Schmal­tz mit dem Ent­wurf der In­stal­la­ti­on den ers­ten Preis in einem bun­de­s­of­fe­nen Wett­be­werb zur künst­le­ri­schen Ge­stal­tung des Ge­län­des des UKSH. Die "STRAS­SEN­BO­JE" war nur ein Ele­ment des Wett­be­werbs­ent­wur­fes von K-L Schmal­tz. Sein Kon­zept be­stand aus drei Ob­jek­ten: der "STRAS­SEN­BO­JE", dem "MA­KRO­KERN 375" und dem "QUELL­HÜ­GEL". Das Kon­zept wurde je­doch nicht im ge­plan­ten Um­fang rea­li­siert. Wäh­rend der "MA­KRO­KERN 375" auf dem Kli­ni­kums­ge­län­de auf­ge­stellt wurde, gilt der be­reits her­ge­stell­te große, be­geh­ba­re Brun­nen bis heute als ver­schol­len.

Auch die "STRAS­SEN­BO­JE" wurde an ihrem alten Stand­ort nie ganz fer­tig­ge­stellt. Ein De­tail - die vom Künst­ler vor­ge­se­he­ne Licht­in­stall­ti­on in der letz­ten, be­reits auf­ge­stie­ge­nen Boje, wurde nicht rea­li­siert. Im In­ne­ren der Boje ver­steckt sich eine klei­ne­re Boje, die der Be­trach­ter nur durch klei­ne licht­durch­läs­si­ge Bull­au­gen ent­de­cken kann. Ohne die Licht­in­stal­la­ti­on blieb die Boje im In­ne­ren der Gro­ßen für den Be­trach­ter je­doch ver­bor­gen.

Der aus Sechs- und Drei­ecken be­stehen­de "MA­KRO­KERN 375" aus Edel­stahl, muss­te eben­falls das Ge­län­de des UKSH ver­las­sen und wurde Ende Mai 2015 an sei­nen neuen Stand­ort, vor dem Ein­gang des Be­rufs­schul­zen­trums am West­ring, ver­setzt.

Für die "STRAS­SEN­BO­JE" hin­ge­gen ging es nun näher ans Was­ser, an das Ost­ufer Kiels auf den Cam­pus der Fach­hoch­schu­le. Dort fügen sich die sechs Ele­men­te dank ihrer wis­sen­schaft­li­chen und mo­der­nen Wir­kung gut in das Hoch­schul­le­ben ein.