Menschen auf einem Steg© J. Kläschen

Pro­jekt In­Di­No bie­tet Res­sour­cen für in­ter­dis­zi­pli­nä­re di­gi­ta­le Lehre

von Joa­chim Kläschen

Das In­Di­No-Team ist ge­ra­de erst an­nä­hernd kom­plett, aber schon vol­ler Ta­ten­drang. Man merkt es Dr. Chris­tia­ne Metz­ger und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern aus un­ter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen an, dass sie mit ihrem An­ge­bot durch­star­ten wol­len, um das Ler­nen und die Lehre an der Hoch­schu­le zu be­flü­geln. „Mit In­Di­No ma­chen wir den Leh­ren­den an der FH Kiel ein An­ge­bot. Durch das Pro­jekt haben wir mehr Res­sour­cen als bis­her, um beim Ein­satz di­gi­ta­ler Me­di­en und Werk­zeu­ge in der Lehre zu un­ter­stüt­zen. Die­ses An­ge­bot gilt prin­zi­pi­ell für Leh­ren­de aller Mo­du­le – ein Fokus soll aber auf der Ent­wick­lung von Lernsze­na­ri­en lie­gen, die kom­ple­xe inter- und trans­dis­zi­pli­nä­re The­men in den Mit­tel­punkt stel­len. In­ter­dis­zi­pli­na­ri­tät ist ja ein Pro­fil­ele­ment der Lehre an der FH. Unser Ziel ist es, Lehr­kon­zep­te und Lern­bau­stei­ne zu­gäng­li­cher zu ma­chen und in­ter­dis­zi­pli­nä­re An­sät­ze zu för­dern“, fasst Metz­ger, die neben In­Di­No auch das Zen­trum für Ler­nen und Lehr­ent­wick­lung der FH Kiel lei­tet, die Ziele des Pro­jek­tes zu­sam­men.

Grund­sätz­lich berät das Team in­ter­es­sier­te Leh­ren­de der FH da­hin­ge­hend, wie sie ihre Ar­beit mit di­gi­ta­len Werk­zeu­gen ver­bes­sern kön­nen. Ist das rich­ti­ge Werk­zeug ge­fun­den, hel­fen die In­Di­Nos auch bei der Um­set­zung. „Das kön­nen Bil­der, Vi­sua­li­sie­run­gen und Ani­ma­tio­nen sein, um kom­ple­xe In­hal­te an­schau­lich zu ver­deut­li­chen“, er­klärt die Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin Anna-Lena Bratz. Auch Pod­casts und in­ter­ak­ti­ve Vi­de­os ge­hö­ren zum An­ge­bot des In­Di­No-Teams, das sich vor allem als zen­tra­ler Dienst­leis­ter ver­steht, um u.a. die Me­di­en­pro­duk­ti­on an der Hoch­schu­le zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren.

Neben der Kon­zep­ti­on und Pro­duk­ti­on in­no­va­ti­ver di­gi­ta­ler Lehr­mit­tel will In­Di­No an der Hoch­schu­le auch den Dis­kurs über die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen un­se­rer Zeit be­för­dern, mit denen wir schon jetzt kon­fron­tiert sind und mit denen die Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten der FH in ihrer Be­rufs­tä­tig­keit wer­den um­ge­hen müs­sen. „Neben der Di­gi­ta­li­sie­rung sind das unter an­de­rem Kli­ma­wan­del, Glo­ba­li­sie­rung, Wirt­schafts­kri­sen, Res­sour­cen­knapp­heit, De­mo­kra­tie und so­zia­le Ge­rech­tig­keit“, zählt Chris­tia­ne Metz­ger auf. „All das sind ge­sell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen, die in ge­wis­sem Sinne jeden Stu­di­en­gang be­tref­fen und zu denen jeder Fach­be­reich etwas bei­steu­ern kann. Schon jetzt ar­bei­tet bei­spiels­wei­se der Fach­be­reich So­zia­le Ar­beit und Ge­sund­heit mit In­for­ma­tik und Elek­tro­tech­nik im Modul ‚Hu­ma­noi­de Ro­bo­ter in der Pfle­ge‘ zu­sam­men – und mit dem Fach­be­reich Wirt­schaft bei ‚Nach­hal­ti­ge Un­ter­neh­mens­kul­tur‘. Am Modul ‚Kli­ma­wan­del und Kli­ma­schutz‘ sind sogar alle Fach­be­rei­che be­tei­ligt.“ Weil sol­che Mo­du­le eine Be­rei­che­rung sind und die Stu­die­ren­den so auf den Um­gang mit kom­ple­xen Fra­ge­stel­lun­gen vor­be­rei­tet wer­den, will In­Di­No in­ter­dis­zi­pli­nä­re An­sät­ze in der Lehre mit sei­ner Ar­beit be­vor­zugt un­ter­stüt­zen und so wei­te­ren neuen span­nen­den Ver­an­stal­tun­gen und Mo­du­len ins FH-Leben hel­fen.

In der ers­ten Jah­res­hälf­te 2022 will das In­Di­No-Team zudem einen so­ge­nann­ten SCALE-UP-Raum ein­rich­ten. „SCALE-UP-Räume eig­nen sich be­son­ders für zeit­ge­mä­ße Grup­pen­ar­beit“, er­klärt Oli­ver Ujc, der mit sei­nem Kol­le­gen Marco Berg­ner die Ein­rich­tung und den Be­trieb des Raums über­nimmt. „An Ar­beits­in­seln mit Dis­plays kön­nen Stu­die­ren­de ge­mein­schaft­lich ar­bei­ten und ihre Er­geb­nis­se mit an­de­ren tei­len. Die Lehr­per­son kann als Coach die Lern­grup­pen nach ihren Be­dar­fen be­treu­en oder deren Ar­beits­er­geb­nis­se zur Dis­kus­si­on auf für alle ein­seh­ba­re Bild­schir­me holen.“ Auch die­ses An­ge­bot wird grund­sätz­lich allen In­ter­es­sier­ten an der Hoch­schu­le zur Ver­fü­gung ste­hen, vor­ran­gig aber Mo­du­len mit einem in­ter­dis­zi­pli­nä­ren An­satz.

„Wir wür­den uns freu­en, wenn viele unser An­ge­bot in An­spruch neh­men und wir mit ganz ver­schie­de­nen Men­schen an den The­men­stel­lun­gen ar­bei­ten kön­nen“, fasst Chris­tia­ne Metz­ger die Stim­mung im Team zu­sam­men. „Es wäre ein tol­ler Er­folg, wenn durch In­Di­No neue span­nen­de Mo­du­le ent­ste­hen, die die Fach­be­rei­che noch wei­ter mit­ein­an­der ver­bin­den, denn die in­ter­dis­zi­pli­nä­re Ar­beit kann gro­ßen Spaß ma­chen und die ei­ge­ne Per­spek­ti­ve enorm be­rei­chern – für Stu­die­ren­de wie für Leh­ren­de.“

„Das Pro­jekt er­mög­licht es uns, ge­sell­schaft­lich re­le­van­te The­men im Zu­sam­men­spiel aller Hoch­schul­an­ge­hö­ri­ger in der Lehre wei­ter vor­an­zu­trei­ben. Di­gi­ta­le Werk­zeu­ge kön­nen dazu einen wert­vol­len Bei­trag leis­ten“, freut sich der Vi­ze­prä­si­dent für Di­gi­ta­li­sie­rung Prof. Dr. Klaus Le­bert. „In­Di­No stellt uns tolle Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung, vie­les aus­zu­pro­bie­ren und die bes­ten Lö­sun­gen dann in den Re­gel­be­trieb zu über­füh­ren.“

Das Pro­jekt In­Di­No wird über einen Zeit­raum von drei Jah­ren mit gut 1,8 Mil­lio­nen Euro von der ‚Stif­tung In­no­va­tio­nen in der Hoch­schul­leh­re‘ ge­för­dert. Wei­te­re In­for­ma­tio­nen und Kon­takt­da­ten der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter fin­den In­ter­es­sier­te auf der In­ter­net­sei­te des Pro­jekts. Das Team freut sich auf An­fra­gen!

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