Die "STRASSENBOJE" hat ihren Heimathafen gefunden: Abbau am alten, Wiederaufbau und Montage am neuen Liegeplatz

Nach knapp 40 Jahren musste die Installation "STRASSENBOJE" von K-L Schmaltz ihren alten Standort am UKSH aufgrund von Umbauarbeiten verlassen. Ihren neuen Liegeplatz hat die "STRASSENBOJE" nun auf dem Campus der Fachhochschule Kiel gefunden. Vor dem Mehrzweckgebäude soll sie sich wie aus einer ruhigen See aus dem Rasen erheben.

Markierung der Standpunkte der "STRASSENBOJE" (Foto: Marie Kapust)

Ende September 2015 begannen die ersten Arbeiten am neuen Standort der Installation. Der prozesshafte, aufsteigende Charakter der Objekte sollte erhalten bleiben, daher wurde maßgenau geplant, die Rasenfläche abgesteckt und die neuen Positionen der sechs Plastiken markiert.

Um die schweren Edelstahlkörper zu verankern, mussten Betonfundamente gegossen werden. Bevor die riesigen Betonmischer anrücken und die Fundamente gießen konnten, wurde der Rasen aufgegraben und die Fundamentflächen ausgehoben.


Der Boden für die Installation wird vorbereitet. (Foto: Kristiina Thiel)
In das Fundament wurden ca. 16000 Liter Beton gegossen.

(Fotos: Kristiina Thiel)

Letztendlich wurden ca. 16000 Liter Beton, der Inhalt von zwei vollen Betonmischern, in die mit Stahlgittern verstärkten Erdgruben gegossen. Nach einigen Tagen war das neue Fundament auf denen die Bojen starken Halt finden sollten, ausgehärtet. Die Bojen konnten kommen.

Mitarbeiter des Bau-Dienst-Kiel und der Bauschlosserei Kiel montierten die "Straßen-Boje" ab. (Foto: Marie Kapust)
Mit Hilfe eines Krans wurde die Installation auf einem Schwerlaster an die Fachhoschule Kiel transportiert. (Foto: Marie Kapust)

Bereits vor dem Sonnenaufgang des 6. Oktobers 2015 sollte die Reise der sechs metallisch glänzenden Objekte beginnen. Transportiert wurden an diesem Morgen allerdings nur die ersten drei Objekte, die mit einem Schwerlasttransporter des Bau-Dienst-Kiel vom West- zum Ostufer geliefert wurden.

Die zwei kleineren Objekte stellten keine großen Probleme bei der Überfahrt dar, das dritte, größere Objekt war jedoch deutlich tückischer.

Nachdem es mehrmals gedreht, die überstehenden Seiten akribisch ausgemessen und das gewaltige Objekt mit zahlreichen Ketten und Riemen befestigt war, konnte es mit Überbreite an den neuen Standort „verholt“ werden. Begleitet wurde der Schwertransport durch einen Kleinbus des Bau-Dienst-Kiel und einen Pritschenwagen samt fachkundigem Personal der Bauschlosserei Böls aus Kiel-Altenholz.

Der Kranfahrer positionierte die Einzelteile der Installation an ihren Plätzen. (Foto: Marie Kapust)

Am 7. Oktober wurden dann die beiden größten Objekte transportiert, diesmal weit früher als am Tag zuvor, damit der Schwerlaster mit Überbreite die Hauptverkehrszeiten umgehen konnte. An der Fachhochschule angekommen wurden auch diese Objekte durch den erfahrenen Kranfahrer Vladimir des Bau-Dienst-Kiel auf ihren dazugehörigen Fundamenten positioniert und befestigt.

Feinjustierung der Einzelteile auf der Rasenfläche.

(Fotos: Marie Kapust)

Auch in den nächsten Tagen gingen die Arbeiten an der "STRASSENBOJE" weiter. Die Einzelelemente wurden fest mit den Fundamenten verbunden und die blauen Begrenzungspfosten, die zuvor die Rasenfläche geschützt hatten, entfernt. Zum Abschluss wurde das letzte und kleinste Element montiert.

Rasenarbeiten rund um die Bojen

(Fotos: Klaus Heinze)

Der gesamte Rasen rund um die einzelnen Objekte wurde entfernt, die Erde teils abgetragen und geebnet. Der neu verlegte Rollrasen gibt der "STRASSENBOJE" die gleichmäßige wasserglatte Ebene, aus der sie jetzt aufzutauchen scheint. 

Im Inneren der größten Boje befindet sich eine kleine, die durch kleine Bullaugen betrachtet werden kann. (Foto: Jan Petersen)

Die Installation des Künstlers K-L Schmaltz wurde auf dem Campus der Fachhochschule nicht nur aufgebaut, sondern auch ergänzt, denn nach knapp 40 Jahren wurde die ursprüngliche Intention des Künstlers vollends umgesetzt. Der letzten, bereits aufgestiegenen Boje wurde eine geplante, aber am alten Standort nie realisierte Lichtkinetik hinzugefügt. Denn im Inneren der Boje befindet sich eine Kleinere und um diese zu beleuchten, wurde an der oberen Seite des geometrischen Körpers nun eine Lichtplatte aus Glas eingebaut. Durch mehrere kleine Bullaugen kann der Betrachter in das Innere der Boje blicken, wo er sie entdecken kann. 

Die "STRASSENBOJE" hat nun ihren Heimathafen gefunden. Mit dem Umzug auf den Campus der Fachhochschule Kiel bekommt die "STRASSENBOJE" eine ganz neue Bedeutung: Mit ihrer wissenschaftlich modernen Wirkung fügt sie sich gut in die Atmosphäre der Hochschule ein. Durch die angedeutete, aufsteigende Bewegung symbolisiert sie sowohl Wachstum, als auch Prozesshaftigkeit und Weiterentwicklung. So halten die Bojen nun die Studenten, Lehrenden und Mitarbeitern der Fachhochschule Kiel auf Kurs.

Die "STRASSENBOJE" hat ihren Heimathafen gefunden. (Foto: Jan Petersen)
Auf dem Campus der Fachhochschule Kiel. (Foto: Jan Petersen)



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  Diese Seite wurde zuletzt am  17.08.2017  aktualisiert