Der Bunker

Der Bunker des Computermuseums wurde 1941 für die Zivilbevölkerung Dietrichsdorfs gebaut, die unter den Angriffen der Alliierten Bomber schwer zu leiden hatte. Nach dem Krieg wurde der Bunker entfestigt, indem mehrere große Öffnungen in die Wände gesprengt wurden.

Während des Kalten Krieges wurden in den 80er Jahren die Öffnungen wieder zubetoniert, der Bunker wurde erneut ausgerüstet und stand für den Kriegsfall als „Öffentlicher Schutzraum“ für 1047 Personen zur Verfügung.

Der Umbau

2006 entschied das Land, den Bunker vom Bund zu kaufen und ihn für die Fachhochschule Kiel als Computermuseum herzurichten.

Beim Umbau zum Museum sägte die Kieler Firma Konopka ab April 2010 erneut eine rund drei Meter breite und 13 Meter hohe Öffnung in die etwas mehr als zwei Meter dicke Betonwand des Bunkers. Die Spezialisten der Firma sägten das Wandstück für die Öffnung in mehreren Blöcken heraus, jeder davon rund 17 Tonnen schwer. In die Gesamtöffnung ist jetzt ein senkrechtes Fensterband eingebaut.

Das hintere Treppenhaus im Bunker reichte ursprünglich nur bis in die erste Etage. Um den Brandschutzbestimmungen gerecht zu werden, musste das Treppenhaus bis in die oberste Etage ausgebaut werden.

Die Raumaufteilung in den Etagen ist durch Heraussägen von Wänden und Wandteilen verändert worden – auch um den Platz zu schaffen, der nötig war, um die zum Teil sehr großen Computerkomponenten an ihren Platz in der Ausstellung zu schaffen.

Der Aufzugschacht musste durch die Etagen gesägt werden.

Der Boden im gesamten Eingangsbereich ist heraus gesägt worden und rund 60 Zentimeter tiefer durch einen neuen Boden ersetzt worden. Der Schritt war nötig, um den Eingang ins Museum barrierefrei gestalten zu können. Ursprünglich führten eine kurze Treppe und eine rechtwinklig anschließende Druckschleuse in den Bunker. Eine der beiden schweren Stahltüren der Druckschleuse ist erhalten geblieben – wer den Aufzug im Empfangsbereich des Museums verlässt, geht direkt an ihr vorbei.

Insgesamt dauerten die Betonsägearbeiten rund drei Monate. Die gesamte Versorgungstechnik ist neu.

Weil der Bunker unter Denkmalschutz steht, mussten alle Maßnahmen mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden. Zuständig für den Umbau war die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH).

Daten & Zahlen

  • Ausstellungsfläche: rund 800 Quadratmeter auf vier Ebenen
  • 17 interaktive Medienstationen (15 Monitore, 2 Audio-Stelen)
  • Drei Computersäulen für die Emulation früherer Computersysteme
  • Vortragsraum mit 3D-Projektionsanlage im Erdgeschoss
  • Zahl der Ausstellungsstücke: rund 300
  • Ältester ausgestellter Originalcomputer: Zuse Z11, Baujahr 1958
  • Ältestes Ausstellungsstück: Archimedes-B-Rechenmaschine (1911-1913)
  • Schwerster ausgestellter Originalcomputer: Cyber 76 (1,6 Tonnen)
  • Eines der seltensten Ausstellungsstücke ist die Großrechenanlage X1 von Electrologica im 2. OG. Der Großrechner war in den frühen 60er Jahren an der Uni Kiel im Einsatz. Heute ist er einer von zwei Rechnern dieses Typs, die weltweit noch existieren.
  • Das Computermuseum der Fachhochschule Kiel ist nach dem Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn (6000 Quadratmeter, größtes Computermuseum der Welt) und den entsprechenden Abteilungen des Deutschen Museums in München (etwa 1400 Quadratmeter) das drittgrößte Computermuseum Deutschlands - ganz sicher das größte und umfassendste in Norddeutschland.



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  Diese Seite wurde zuletzt am  20.11.2017  aktualisiert