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Preisträger für den Kieler Wissenschaftspreis 2017 und den ersten Kieler Innovationspreis stehen fest

Den Kieler Wissenschaftspreis 2017 erhält die Mikrobiologin Professorin Dr. Ruth Schmitz-Streit von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Mit dem Wissenschaftspreis ehrt die Landeshauptstadt hervorragende wissenschaftliche Leistungen. Zum ersten Mal vergibt die Landeshauptstadt Kiel einen Innovationspreis, mit dem sie herausragende Erfindungen, innovative Ideen, technologische Entwicklungen und wissenschaftlich basierte Startup-Geschäftsmodelle auszeichnet. Der Innovationspreis 2017 wird aufgeteilt und geht zu gleichen Teilen an den Physiker Professor Dr. Ronald Eisele von der Fachhochschule Kiel und das Science Communication Lab. Über die Preisträger entschied die Kieler Ratsversammlung in ihrer Sitzung am 16. März einstimmig. Beide Preise sind mit 10.000 Euro dotiert. Die Verleihung des Wissenschaftspreises und des Innovationspreises erfolgt in einer Feierstunde am zweiten Kieler- Woche-Sonntag, 25. Juni, im Rathaus.

Professorin Schmitz-Streit lehrt seit 2004 am Institut für Allgemeine Mikrobiologie der CAU. Nach ihrem Studium und ihrer Promotion in Marburg forschte sie an der University of California in Berkeley, USA. Schmitz-Streit hat sich mit ihrer Arbeit spezialisiert auf die Regulierung des Stickstoff- Stoffwechsels in Bakterien und Archaeen – einzelligen Lebewesen, die auch als Urbakterien bezeichnet werden. Anhand ihrer Forschung wurden sowohl die Bedeutung als auch die molekularen Mechanismen im Erbgut von Archaeen erstmalig aufgedeckt. Außerdem untersucht Schmitz-Streit den marinen Stickstoffzyklus und die Wechselwirkung von Archaeen mit dem angeborenen Immunsystem im menschlichen Verdauungstrakt. Ihre Arbeit ist von enormer Bedeutung für die medizinische und biotechnische Forschung.

Professor Dr. Ronald Eisele studierte Physik in Hamburg und Kiel und promovierte anschließend an der CAU zu Kiel. Seit 2006 arbeitet er im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik an der Fachhochschule Kiel. Dort gründete er das Labor für Aufbau- und Verbindungstechnik. Mit der Entwicklung einer neuen Technik in der Halbleiterphysik hält er gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und in Zusammenarbeit mit Industriepartnern den Weltrekord im Lastwechsel. Mit diesem Eisele- Verfahren steigerte er die Lebensdauer von Halbleitern um mehr als das Zwanzigfache. Die Innovation wird in der Industrie bereits bei Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen erprobt. Für sein neu entwickeltes Verfahren erhält Professor Ronald Eisele den geteilten Innovationspreis 2017.

Ebenfalls mit dem Innovationspreis 2017 ausgezeichnet wird das Science Communication Lab (SciComLab). Tom Duscher, Professor für Interaktive Medien an der Muthesius Kunsthochschule, hat das Unternehmen gemeinsam mit seinem Studienabsolventen Konrad Rappaport und dem Masterstudenten Hermann Hartung gegründet. Komplexe Themen aus der Wissenschaft und Industrie werden mittels moderner Technik und ansprechendem Design auf interaktiven Postern vereinfacht visuell dargestellt und vermittelt. Die Betrachter entscheiden anhand der Bedienung eines Touch-Screens selbst über die Informationstiefe der Themen. Für diese Entwicklung erhielten die Jungunternehmer bereits zwei internationale Design-Preise.

Stadtpräsident Hans-Werner Tovar informierte die Preisträger bereits über die Entscheidung der Ratsversammlung und gratulierte ihnen im Namen der Landeshauptstadt Kiel.

Professorin Dr. Ruth Schmitz-Streit tritt die Nachfolge von Professor Dr. Rainer Herges an. Der Chemiker wurde 2015 mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Die Landeshauptstadt Kiel verleiht den Wissenschaftspreis und jetzt auch den Innovationspreis im jährlichen Wechsel mit dem Kulturpreis. Die Kandidatinnen und Kandidaten für beide Ehrungen werden jeweils vom Kultur- und Wissenschaftssenat vorgeschlagen.

veröffentlicht am 17.03.2017





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  Diese Seite wurde zuletzt am  21.04.2017  aktualisiert