Grüne Muffins und pfiffige Konzepte gegen vollgestopfte Postfächer

Prozessmanagementforum an der FH Kiel

Kiel, 19.12.2011

KVP, TQM, Six Sigma, Lean Management, BSC und CMMI: Was für die meisten Menschen nach Buchstabensalat klingt, sind aktuelle Management-Ansätze. Um ganzheitliche Ansätze jenseits vorgefertigter Lösungen ging es am Freitag beim vierten Kieler Prozessmanagementforum an der Fachhochschule Kiel.

Höhepunkt der Veranstaltung waren die Präsentationen der „Young Research-Teams“. Zehn studentische Gruppen stellten eigene Prozessverbesserungsideen vor, das Spektrum reichte von einem Netzwerk zur Personaleinsatzplanung bis zu Software-Lösungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Die etwa 180 Teilnehmer aus Unternehmen und Hochschulen diskutierten mit den Teams deren Konzepte und stimmten schließlich über die beste Idee ab.   

Bei der Abstimmung der Unternehmensvertreterinnen und -vertreter lag das Team „Bubble Systems“ vorn mit einem Vorschlag zur Bekämpfung „verstopfter“ E-Mail-Postfächer. E-Mail-Anhänge, die in Unternehmen und Organisationen verschickt werden, werden normalerweise vielfach gespeichert und benötigen dadurch unnötig viel Speicherplatz.

Christian Eisert, Nico Schmalz, Oliver Siebenmarck und Tino Rabe mit Ekkehard Krull vom REFA-Verband Nordwest
Gewinner des REFA-Awards: Christian Eisert, Nico Schmalz, Oliver Siebenmarck und Tino Rabe mit Ekkehard Krull vom REFA-Verband Nordwest (v.l.n.r)

Für dieses Problem präsentierten Oliver Siebenmarck, Tino Rabe, Christian Eisert und Nico Schmalz eine überzeugende Lösung. „Mit unserem System wird jede Datei nur noch einmal gespeichert und jede Menge Platz in der Mailbox gespart“, erklärt Oliver Siebenmarck. Die Idee stieß auf reges Interesse auf Unternehmensseite. „Wir haben uns mit einem Endanwenderproblem beschäftigt, das eigentlich jeder kennt. Der große Vorteil ist, dass alles automatisch abläuft und der Anwender nichts ändern muss“, berichtet Nico Schmalz.

Das Team begeisterte nicht nur mit ihrer Idee, sondern auch mit deren Präsentation. Die vier Studenten hatten hundert grüne Luftballons aufpustet, Wasabi-Nüsse und grüne Wasabi Flips angeboten und sogar grün gefärbte Muffins gebacken. „Wir haben schon eine Show gemacht“, gesteht Oliver Siebenmarck  – und fügt hinzu: „Das kann man aber nur mit gutem Gewissen tun, wenn man etwas hat, das man zeigen kann.“

Im nächsten Schritt würden die Studenten ihr Programm gerne in einem mittelständischen Unternehmen einem Praxistest unterziehen. „Ideal wäre ein Unternehmen mit etwa 200 Mitarbeitern oder ein Dokumentenmanagement-Anbieter“, sind sich die Studenten einig. Das Siegerteam freut sich über den REFA-Award, der in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen wurde. „Der bekommt einen Ehrenplatz bei mir auf der Fensterbank“, so Christian Eisert. Im nächsten Jahr wollen die Studenten auf jeden Fall wieder dabei sein. „Dann vielleicht als Coachs für die Studententeams“, schlägt Nico Schmalz vor.

„Wir haben uns sehr über den intensiven Austausch der Referenten, der Studierenden und der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefreut. Mit diesem Veranstaltungskonzept konnten wir erneut einen aktiven Beitrag zur Wissensvernetzung leisten, durch den Dialog von Wirtschaft und Wissenschaft in Schleswig-Holstein“, so die Initiatorin Prof. Dr. Doris Weßels von der Fachhochschule Kiel.

Das Kieler Prozessmanagementforum 2011 ist eine Kooperationsveranstaltung des Fachbereichs Wirtschaft der Fachhochschule Kiel (FH), der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM e.V.), der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH e.V.), der Gesellschaft für Informatik (GI e.V.) in Schleswig-Holstein, der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ e.V.), der beiden Vereine VDI und VDE Schleswig-Holstein und des REFA-Verbandes Nordwest.

Text: Jana Haverbier,  Foto: Sönke Bruhn




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  Diese Seite wurde zuletzt am  23.11.2017  aktualisiert