“They offered us grilled chicken, but it was cat.“
Kiel, 01.06.2010

- Jan Pimanow: "Ich wollte unbedingt nach Asien und mal eine ganze neue Kultur kennenlernen."
Vera Nick (VN): Wo befinden Sie sich gerade?
Jan Pimanow (JP): Ich bin seit Ende Februar in Seoul, Südkorea.
(VN): Was hat Sie dorthin verschlagen?
(JP): Allen voran das Interesse, eine neue Kultur kennenzulernen und den MBA an der Dongguk University zu machen. Die Dongguk University ist eine private, buddhistische Universität in einem guten Viertel in Seoul. Die Universität hat eine klare Vision für die Zukunft. Das heißt, sie versucht über Partnerverträge mit ausländischen Universitäten ihre Position in Korea zu stärken. Mich interessiert die asiatische Lebensweise. Korea selbst hat nach dem Koreakrieg innerhalb von 40 Jahren alles neu aufbauen können und konnte so auf Platz 11 der OECD Liste gelangen. Mich reizt die Herausforderung, mit internationalen Studenten zu studieren und unterschiedliche Erfahrungen, Lern-, Arbeits- und Herangehensweisen auszutauschen. Ende Januar 2010 hatte ich mich recht kurzfristig beworben und sicherlich mit etwas Glück das Vollstipendium für ein Jahr bekommen. Die Hochschule trägt alle Kosten (Unterkunft, Essen und Studiengebühren). Das hat den Entscheidungsprozess sicherlich noch positiv beeinflusst.

- Schaut sich gerne die Sehenswürdigkeiten in Seoul an: Jan Pimanow
(VN): Warum haben Sie sich gerade für dieses Land entschieden?
(JP): Seoul ist mit 12 Millionen Einwohnern eine der größten Städte weltweit. Das Land hat eine starke wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten gemacht. Das wissen viele nicht. Die Menschen sind doch recht anders. Sie erscheinen freundlich und hilfsbereit. Ich wollte unbedingt nach Asien und mal eine ganze neue Kultur kennenlernen. Davon werde ich mit Sicherheit in Zukunft profitieren. Die Welt blickt ja schon heute vermehrt nach Asien.
(VN): Wie sieht Ihr derzeitiger Alltag aus?
(JP): Meine Woche besteht aus derzeit 5 MBA-Kursen. Dazu kommen, bedingt durch das Stipendium, noch 10 Stunden an English-Debates und English-Unterricht für Koreaner. Man hat hier genügend Zeit, um das Land zu bereisen und etwas zu unternehmen. An den Wochenenden versuchen wir Austauschstudenten die Stadt und Umgebung kennenzulernen. Die koreanischen Studenten sind dabei sehr hilfsbereit und integrieren uns.
(VN): Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
(JP): Wir Studenten gehen hier mindestens zweimal am Tag essen. Ansonsten schauen wir uns natürlich die Sehenswürdigkeiten an. In Seoul gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Stadt bietet wirklich alles an. Wir sind hier täglich an neuen Orten. Zum Beispiel habe ich die Hafenstadt Busan im Süden des Landes bereist, dort den Fischmarkt besichtigt und rohen Fisch gegessen. Ende Mai geht es auf die berühmte Jeju-Insel und nach Nordkorea. Die koreanische Sprache werde ich aber nicht lernen.
(VN): Gab es positive oder unangenehme Überraschungen?
(JP): Bei „Street Food“ kann man eigentlich hier nicht viel falsch machen. Allerdings haben wir einmal Chicken angeboten bekommen und es stellte sich heraus, dass es Katze war. Das hört man hier öfter, schmeckte trotzdem ganz gut.

- "Die koreanischen Studenten sind sehr hilfsbereit und integrieren uns."
(VN): Sie haben ein Stipendium für ein Jahr bekommen, werden Sie also ein Jahr lang in Südkorea studieren?
(JP): Geplant war ein Jahr, jedoch bleibe ich nur bis Ende Juni hier. Das zweite Halbjahr werde ich nach Schweden an die Mälardalen University gehen.
(VN): Wie kommt es, dass Sie nicht in Seoul bleiben?
(JP): Die FH Kiel hat leider keinen Partnervertrag mit Seoul abschließen können und somit kann ich hier auch keinen MBA machen und auch von dem asiatischen Studiensystem bin ich leider, wie alle Austauschstudenten hier, wenig begeistert, denn im Gegensatz zu den deutschen Hochschulen ist es hier aufgrund der Art der Lehrenden schwierig, sich mit den Professorinnen und Professoren auszutauschen.
Bei Interesse können Sie mehr erfahren unter: http://pimainseoul.blogspot.com/
