Ein Kurzfilm kommt selten allein

Kiel, den 19.01.2016

Es ist liebgewonnene Tradition am Ende jeden Wintersemesters: die Projektschau  des Fachbereichs Medien. In diesem Jahr war die Veranstaltung erstmals bis auf den letzten Platz ausverkauft. Offenbar hatten die Studierenden erfolgreich die Werbetrommel gerührt. Ihre Arbeit wurde mit einem begeisterten Publikum belohnt. Medienstudentin Paula Loske-Burkhardt erlebte einen Abend voller Popcorn, Eis und origineller Filme.

Donnerstag, 14. Januar 2016. 20.30 Uhr. Der große Saal im Studio Filmtheater am Dreiecksplatz füllt sich langsam; die Stimmung ist ausgelassen. Über 200 Gäste drängen sich auf den gemütlichen Kinosesseln des Filmtheaters. Viele Studierende haben Familie und Freunde mitgebracht, eine bunte Mischung von Besucherinnen und Besuchern tummelt sich im halbdunklen Saal.

Die Filmschau ist das Highlight zum Abschluss des Moduls „Audio- und Videoproduktion II“, in dem die Studierenden des dritten Semesters des Studiengangs „Multimedia Production“ Kurzfilme von dreieinhalb bis viereinhalb Minuten Länge produzieren. Dabei mussten die fünf- bis sechsköpfigen Teams alles selbst bedenken und organisieren: von der Wahl des Themas, über das Drehbuch bis hin zur Auswahl von Schauspielerinnen und Schauspielern, Drehort und Equipment. Neben der Idee und Kameraführung fließt auch die Postproduktion – also Schnitt, Effekte und weitere Nachbearbeitungen des Rohmaterials – in die Bewertung des Moduls mit ein. Mehrere Lehrende und Mitarbeitende des Fachbereichs Medien betreuen das umfangreiche Projekt, das Prof. Dr. Tobias Hochscherf und Prof. Dr. Bernd Steinbrink verantworten. 14 Kurzfilme sind so innerhalb weniger Wochen entstanden, die jetzt ihre Premiere vor dem neugierigen Publikum feiern.

Durch das Programm führen die zwei Drittsemester Kerstin Sick und Malte Lorenz. Nach jeweils drei Filmen bitten sie die verantwortlichen Teams nach vorne und fragen nach Pannen bei den Dreharbeiten und weiteren Anekdoten. Die meisten Lacher erntet dabei das Team „Plantman“, das seine eigens für den Film bestellte Garderobe nach Ende der Dreharbeiten zurück an den Online-Shop schickte, um Kosten beim Equipment zu sparen – typisch Studierende halt. Das lauteste Mitleids-„Ohh“ geht an einen aufopferungsvollen Kommilitonen, der während des Drehs stundenlang auf dem eiskalten Boden eines Treppenhauses liegen musste. Seine recht unspektakuläre, aber nicht unwichtige Aufgabe war, eine Wohnungstür durch die Beine der Akteure hindurch immer wieder auf- und zuzuschieben, ohne dabei selbst von der Kamera eingefangen zu werden.

Die Projektschau des Fachbereichs Medien lockte zahlreiche Gäste ins Studio Filmtheater am Dreiecksplatz. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Bei der Themenfindung ließen die Teams ihrer studentischen Kreativität freien Lauf. So bietet der Abend ein breites Spektrum an Filmgenres, angefangen von mit Witzen und Seitenhieben gespickten Komödien, bis hin zum Horrorfilm mit Herzinfarktpotenzial. Viele der Filme beschäftigen sich auf humorvolle Art und Weise mit bekannten Alltagsproblemen und Klischees – verhasste Schwiegereltern, nervige Nachbarn oder die Suche nach einem neuen WG-Mitglied. Andere widmen sich eher düsteren Themen, so dass bei der Projektschau auch Krimi- und Thriller-Fans auf ihre Kosten kommen.

„Bei der Projektschau zuzusehen, macht riesigen Spaß“, findet Svea Christiansen. „Es ist immer wieder spannend zu erleben, was für tolle Projekte in so kurzer Zeit zustande kommen.“ Die Medienstudentin im fünften Semester hat schon im vergangenen Jahr im Rahmen desselben Moduls einen Kurzfilm produziert und kann sich bei der diesjährigen Projektschau entspannt zurücklehnen. „Für uns gab es im letzten Jahr eine ähnliche Veranstaltung; dieses Jahr haben sie mit dem ausverkauften Saal dem Ganzen aber nochmal die Krone aufgesetzt.“

Die Studierenden Malte Lorenz und Kerstin Sick führten gekonnt durch den Abend. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Die Zuschauerinnen und Zuschauer feiern jeden Film mit tosendem Applaus und vielen Lachern. Größere Ton- und Technikpannen bleiben im Lauf des Abends zur Erleichterung aller aus. Nur ein hängengebliebenes Standbild von einem als Zauberer verkleideten Studenten sorgt zwischendurch für allgemeine Erheiterung.

Nach knapp drei Stunden bester Unterhaltung sind alle Anekdoten erzählt und auch die letzte Lachträne aus den Augenwinkeln gewischt. Die Moderatoren bedanken sich bei allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung und verabschieden sich von ihrem Publikum. Auf den Gesichtern der Studierenden spiegelt sich eine Mischung aus Erleichterung und Stolz. Schließlich zeugt die Projektschau von ihrem Engagement und Talent, mit dem sie nicht nur für tolle Filme gesorgt, sondern auch den Abend gemeinsam mit ihrer Fachschaft auf die Beine gestellt haben.




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  Diese Seite wurde zuletzt am  16.11.2017  aktualisiert